Nach drei Jahrzehnten Planung und Bau fahren nun Züge auf der Koralmbahn, die Graz und Klagenfurt in nur 41 Minuten miteinander verbindet. Bei der Eröffnungsfahrt am Freitag war der Zug sogar in nur 39 Minuten am Ziel. Kurz danach war die Feierlaune von einer Schrecksekunde getrübt. Ein bewegender Tag zum Nachlesen.
Es ist geschehen: Der Bundespräsident, die Regierungsspitze, Landeshauptleute und Bürgermeister haben am Freitagvormittag offiziell die Koralmbahn eröffnet. Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen taufte den ersten Sonderzug, der um 11 Uhr den Grazer Hauptbahnhof verließ. Um 11.39 Uhr erreichte er den Klagenfurter Hauptbahnhof.
Gegen 14.30 Uhr hielten dann alle den Atem an: Beim östlichen Portal des Koralmtunnels kam es zu einem Feuerwehreinsatz, die Einsatzorganisationen sprachen von Rauchentwicklung, die ÖBB von Staub. Um 16.10 Uhr konnten die Züge wieder fahren, es gab Entwarnung von den ÖBB.
Tausende Bahn-Enthusiasten dabei
Die 5500 Tickets der kostenlosen Sonderzüge am Freitag waren innerhalb weniger Stunden vergriffen. Am Nachmittag standen in Graz und Klagenfurt jeweils vier Konzerte bis in die Abendstunden auf dem Programm.
Neue Fahrpläne ab Sonntag
Nach dem Eröffnungswochenende geht der reguläre Betrieb der Koralmbahn los. Aber warum startet der Personenverkehr eigentlich am 14. Dezember? Ganz einfach: An diesem Tag werden europaweit die Fahrpläne umgestellt – die beste Gelegenheit, um die neue Strecke in Betrieb zu nehmen. Denn sie ist der Ausgangspunkt für eine regelrechte Fahrplan-Revolution, die weite Teile Österreichs umfasst. Von „epochalen Änderungen“ spricht ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä.
So weiten die ÖBB das Fernverkehrs-Angebot laut eigenen Angaben um 30 Prozent aus. Die Strecke Graz – Klagenfurt wurde bislang direkt nur mit Bussen bedient, künftig gibt es täglich circa 29 Verbindungen.

Deutlich mehr Verbindungen
Graz – Wien wird künftig 33-mal täglich (statt 18-mal) angeboten, Railjet-Express-Züge mit weniger Zwischenstopps verkürzen die Fahrzeit um ein paar Minuten. Von Klagenfurt nach Wien geht es nicht mehr quer durch die Obersteiermark („alte Südbahn“), sondern über die Koralmbahn („neue Südbahn“): Es gibt 26 (statt zehn) Verbindungen pro Tag, die Reisezeit verkürzt sich von drei Stunden und 55 Minuten auf drei Stunden und zehn Minuten.
Auch zwischen Salzburg und Graz ist künftig die Koralmbahn der schnellste Weg. Zwischen Villach und Salzburg bietet der neue Fahrplan einen Stundentakt (20 Direktverbindungen).
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