Er hat den Motorradhersteller im Blut: Töchter, Enkelin und Schwiegersohn von Manfred Scherer arbeiten bei dem Traditionsunternehmen KTM. Wie sie die Pleite vor einem Jahr erlebten – und wie es dann weiterging.
„Dass es bei KTM weitergeht“ – das wünschte sich Manfred Scherer im Dezember 2024 vom Christkind. Der heute 70-jährige Innviertler hat den Motorradhersteller KTM förmlich im Blut: Nicht nur er selbst arbeitete 50 Jahre lang beim Traditionsunternehmen. Seine beiden Töchter, sein Schwiegersohn sowie seine Enkelin, sind nach wie vor bei KTM beschäftigt. Die Familie steht sinnbildlich dafür, was Hunderte Mitarbeiter im vergangenen Jahr durchmachten.
„Es war ein Auf und Ab“
Denn im November des vergangenen Jahres meldete der Motorradhersteller, wie berichtet, Insolvenz an. „Es war ein Auf und Ab“, sagt Scherer heute über jene Zeit. Eine seiner Töchter saß während der Produktionspause bei KTM zu Hause, die andere durfte weiterarbeiten, wurde allerdings in eine andere Abteilung versetzt. Schlussendlich konnten alle vier Familienmitglieder ihre Jobs behalten.
Keine Selbstverständlichkeit:
Im Sommer 2024 zählte die Muttergesellschaft des Motorradherstellers noch 6000 Mitarbeiter – heuer waren es nur mehr 4300. Dennoch sagt KTM-Urgestein Manfred Scherer auch heute noch: „Ich bin nach wie vor optimistisch.“
Existenzängste haben wir alle miteinander durchgemacht. Zu Beginn der Pleite waren alle Mitarbeiter am Boden zerstört.

Betriebsratsvorsitzender Friedrich Baumgartner
Bild: KTM
„Alle waren am Boden zerstört“
Was Scherer von seiner Familie erzählt, kann auch Betriebsratsvorsitzender Friedrich Baumgartner für die gesamte KTM-Belegschaft bestätigen. „Existenzängste haben wir alle miteinander durchgemacht“, sagt er anlässlich des Jahrestages der Rekordinsolvenz zur „Krone“. Zu Beginn der Pleite seien alle „am Boden zerstört“ gewesen. Nach Monaten des Bangens sei es mit dem Neustart der Produktion im heurigen Sommer dann wieder so richtig bergauf gegangen.
„Die Angst um den Arbeitsplatz ist nicht mehr so groß“, sagt Baumgartner nun, nachdem der neue indische Mehrheitseigentümer Bajaj ein Bekenntnis zum Standort Oberösterreich abgegeben hat. „Der Betrieb läuft wieder normal. Es ist nicht vergessen, was passiert ist, aber es ist wieder Normalität eingekehrt.“
Wunsch ans Christkind
Was sich der Betriebsratsvorsitzende heuer vom Christkind wünscht? „Dass KTM wieder dahin kommt, wo es gewesen ist.“

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