Pächter gesucht

Hüttenwirt: „Stunden hab´ ich nie aufgeschrieben“

Oberösterreich
30.11.2025 13:00

Was ist dran am romantischen Aussteigerleben als Hüttenwirt am Berg? Schaut man sich an, wie viele Hütten aktuell wieder nach Betreibern suchen, nicht so viel. Doch es gibt auch Menschen, die diese Arbeit mit Leib und Seele machen. Die „Krone“ hat mit einem Pächter mit über 20 Jahren Erfahrung gesprochen.

Sie lieben die Alpen, haben Freude im Umgang mit Menschen und Erfahrung in der Gastronomie?“ Mit diesen Worten sucht der Alpenverein aktuell einen Pächter, der die auf 2740 Metern am Dachstein gelegene Seethalerhütte in der kommenden Sommersaison bewirtschaften möchte. Mit einem ähnlichen Inserat wurde schon im Mai 2024 nach Personal gesucht – das jetzige Pächterpaar soll bereits wieder das Handtuch geworfen haben.

Über 20 Jahre Erfahrung
Die Seethalerhütte ist übrigens derzeit die einzige oberösterreichische Hütte, die ohne Wirt dasteht. Doch was sind die Herausforderungen am scheinbar romantischen Aussteigerjob? Einer, der es wissen muss, ist Gerald Auinger (54), seit 23 Jahren Pächter der Gmundner Hütte auf 1666 Metern am Traunstein.

Lebensmittel bringt einmal pro Monat der Hubschrauber (Symbolfoto).
Lebensmittel bringt einmal pro Monat der Hubschrauber (Symbolfoto).(Bild: Markus Wenzel)

Familie lebt im Tal
Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist der 54-Jährige am Berg, während seine Frau und die beiden Söhne (8, 17) im Tal bleiben. „Ich habe einen langjährigen Mitarbeiter, deshalb ist es möglich, einen Tag in der Woche für die Familie freizumachen. Stunden hab’ ich aber noch nie aufgeschrieben“, erzählt Auinger. Seine Arbeit beginnt an „starken“ Tagen um 6 Uhr morgens und endet nicht vor 22 Uhr, wobei das Besucheraufkommen stark vom Wetter abhängt.

Besucherandrang vom Wetter abhängig
„Wenn es schön ist, kommen bis zu 400 Gäste täglich, wenn nicht, dann drei Leute in zwei Tagen oder gar niemand“, sagt der Hüttenwirt. Das sei auch herausfordernd, was die Bestellmenge an Lebensmitteln betrifft, die einmal monatlich mit dem Helikopter auf den Berg gebracht werden. Denn mit dem Auto ist die Hütte nicht erreichbar, ein Besuch mit einem durchschnittlich dreistündigen Fußmarsch verbunden. Was sich in den vergangenen Jahren verändert hat? „Der Andrang am Berg ist größer geworden, aber es sind auch die Kosten gestiegen“, so der 54-Jährige.

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