Tourismusbranche bangt

Steuer bei Zuschlag zu Überstunden erhitzt Gemüter

Wirtschaft
07.11.2025 16:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz vor Weihnachten gibt es in der Tourismusbranche Unklarheit über die Steuerfreiheit von Überstundenzuschlägen. Läuft die Sonderregelung aus, müssten Arbeitnehmer mehr Lohnsteuer zahlen – und Betriebe stünden vor Mehraufwand. 

Die Entscheidung über die Verlängerung der Steuerfreiheit des Überstundenzuschlags droht kurz vor Saisonstart zur Zerreißprobe in der Tourismusbranche zu werden. Die Sonderregelung läuft mit Ende des Jahres aus, wird sie nicht verlängert, drohen empfindliche steuerliche Nachteile für Arbeitnehmer und ein Mehraufwand für die Betriebe.

 

Was aktuell gilt
Die (noch) geltende Sonderregelung für die Jahre 2024 und 2025 besagt, dass bis zu 18 Überstundenzuschläge pro Monat (maximal 200 Euro) steuerfrei sind. Mit 31. Dezember 2025 endet diese Regelung automatisch. Wenn sie nicht verlängert wird, treten wieder die alten Bestimmungen in Kraft: bis zu 10 Überstundenzuschläge pro Monat zu 50 Prozent steuerfrei (maximal 120 Euro).

Verunsicherung ist groß
Der Tourismus ist aufgrund der ungeregelten Verhältnisse beunruhigt, immerhin stelle die Branche bis zu 60 Prozent der Mitarbeiter vor Weihnachten ein. Bei einer Rückkehr zu den alten Steuergrenzen müssten die Arbeitnehmer mehr Lohnsteuer zahlen und hätten weniger Nettolohn. Das wäre ein schlechtes Signal, gerade bei Fachkräftemangel und steigenden Lebenshaltungskosten.

Finanzministerium gegen Verlängerung
Ausgerechnet das von der SPÖ geführte Finanzministerin spricht sich gegen eine Verlängerung der Steuerfreiheit aus. „Diese Haltung ist unverständlich, da die Steuermaßnahme nicht den Arbeitgebern, sondern direkt den Beschäftigten zugutekommt“, so Thomas Reisenzahn von der Prodinger Tourismusberatung. „Anstatt Arbeit im Tourismus attraktiver zu machen, droht eine weitere Verschlechterung der Bedingungen.“

Die Branche verlangt eine frühzeitige und eindeutige Entscheidung, damit Abrechnungssysteme angepasst und Arbeitsverträge richtig erstellt werden können. Reisenzahn ergänzt abschließend: „Es darf nicht sein, dass die Politik wieder auf den letzten Drücker entscheidet und tausende Betriebe im Unklaren lässt.“ 

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