Aufmerksam wurde ein Astronomen-Team um Federico Marocco von der University of Hertfordshire auf den Braunen Zwerg mit dem wissenschaftlichen Namen ULAS J222711-004547 wegen der extrem roten Farbe im Vergleich zu "normalen" Braunen Zwergen. Durch Beobachtungen mit dem VLT (Very Large Teleskop; kleines Bild) am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile fanden die Forscher heraus, dass der Grund für diese Besonderheit eine ziemlich dicke Wolkenschicht in der oberen Atmosphäre des Himmelskörpers ist.
Mineralstaub färbt Wolken extrem rot
"Das ist nicht die Art von Wolken, wie wir sie auf der Erde beobachten. Die dicke Wolkenschicht auf diesem speziellen Braunen Zwerg besteht zum überwiegenden Teil aus Staub der Minerale Enstatit und Korund", schreibt Marocco in den "Monthly Notices" der Royal Astronomical Society in London. "Wir konnten nicht nur ihre Anwesenheit ableiten, sondern sogar die Größe der Staubkörnchen in den Wolken abschätzen", so der Wissenschaftler.
Laut Angaben des Forscherteams enthält die Atmosphäre von ULAS J222711-004547 neben den sandgroßen Staubkörnern außerdem Wasserdampf, Methan und vermutlich etwas Ammoniak und dürfte etwas heißer sein als die Wolkenschichten auf den Riesenplaneten Jupiter oder Saturn.
Mittelding zwischen Stern und Planet
Braune Zwerge sind Himmelskörper mit einer Masse zwischen 13 und 75 Jupiter-Massen, die eine Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnehmen. Weil sie zu klein geraten sind, um in ihrem Inneren dauerhaft eine Kernfusion zu entfachen - den Energielieferanten für das Leuchten eines Sterns -, werden sie häufig auch als "gescheiterte Sterne" bezeichnet.











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