Sitzt in Justizanstalt

Prozess naht: Benko bereits nach Tirol überstellt

Tirol
07.10.2025 16:59
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Vor dem Prozess, der kommende Woche am Innsbrucker Landesgericht über die Bühne geht, ist René Benko – früher als erwartet – bereits von Wien in die Innsbrucker Justizanstalt überstellt worden. Dass auch die zweite, von der WKStA eingebrachte Anklage wegen betrügerischer Krida bereits im ersten Prozess mitverhandelt wird, schließt man am Oberlandesgericht Innsbruck unterdessen aus.  

Am kommenden Dienstag, 14. Oktober, beginnt am Landesgericht Innsbruck ein erster, auf zwei Tage anberaumter Prozess gegen den gefallenen Tiroler Signa-Gründer René Benko, der sich seit 24. Jänner in der Justizanstalt (JA) Wien-Josefstadt in U-Haft befindet.

Signa-Gründer in Justizanstalt Innsbruck
Die Überstellung des 48-Jährigen nach Tirol war zunächst offenbar unmittelbar vor der Hauptverhandlung geplant. Vom 13. Oktober war zunächst hinter vorgehaltener Hand die Rede. Jetzt wurde Benko aber doch schon früher nach Tirol gebracht – offenbar bereits Anfang dieser Woche wurde der Pleitier in die Innsbrucker Justizanstalt überstellt.

Vorwurf der betrügerischen Krida
Im ersten Benko-Prozess, der aufgrund des erwarteten medialen Interesses in den Schwurgerichtssaal des Innsbrucker Landesgerichts verlegt wurde, geht es um den Vorwurf der betrügerischen Krida. 

Benko wurde in die Innsbrucker Justizanstalt überstellt.
Benko wurde in die Innsbrucker Justizanstalt überstellt.(Bild: Christof Birbaumer)

Dem Tiroler wird angelastet, er habe im Rahmen seiner Insolvenz als Einzelunternehmer die Befriedigung von Gläubigerforderungen verhindert bzw. geschmälert, indem er Vermögenswerte beiseite schaffte. Die Anklage geht von einer Schadenssumme von 660.000 Euro aus. Konkret dreht sich die Anklage um eine Miet- und Betriebskostenvorauszahlung in Höhe von 360.000 Euro für die Anmietung eines Hauses, die wirtschaftlich und sachlich unvertretbar gewesen sein soll, sowie um eine Schenkung in der Höhe von 300.000 Euro an Angehörige.

Enormes Medieninteresse
Das Landesgericht Innsbruck steht kommende Woche mehr im Fokus als medial vielleicht je zuvor: Rund 50 teilweise internationale Journalisten sind für den ersten Prozess gegen den Immobilienjongleur René Benko akkreditiert. Im Saal Arlberg wird eigens ein Medienzentrum eingerichtet.

Benko drohen im Fall einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft.

Der an zwei Tagen der kommenden Woche am Innsbrucker Landesgericht angesetzte Prozess dürfte sich offenbar auf die erste gegen ihn erhobene Anklage wegen betrügerischer Krida beschränken. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit“ wird über die zweite Anklage aufgrund desselben Delikts noch nicht verhandelt werden, sagte ein Sprecher des Oberlandesgerichts Innsbruck (OLG) am Dienstag.

Die Infografik stellt die Chronologie des Immobilienunternehmers Rene Benko dar. Sie zeigt wichtige Stationen wie den Aufbau der Signa-Gruppe, Investitionen in Immobilien, Gerichtsverfahren wegen Korruption 2012, wachsende Kritik ab 2021 und die Insolvenz der Signa 2022–2023. Die Grafik endet mit Benkos Festnahme und Anklage im Jahr 2025. Quelle: APA.

Ehefrau mitangeklagt
Gegen die zweite Anklage hatten sowohl Benko als seine Ehefrau Nathalie Benko, die ebenfalls angeklagt ist, Einspruch erhoben, womit das Oberlandesgericht befasst wurde. Stellungnahmefristen zu dem Einspruch seien noch am Laufen, weshalb man aus zeitlichen Gründen derzeit davon ausgehe, dass die zweite Anklage nicht in den nächstwöchigen, am 14. und 15. Oktober stattfindenden Prozess miteinbezogen sein wird, erklärte Sprecher Gregor Tögel.

Bei der zweiten, beeinspruchten Anklage geht es laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) um einen Schaden in Höhe von insgesamt 370.000 Euro. Benko soll Vermögenswerte beiseitegeschafft haben und damit die Erfüllung von Gläubigeransprüchen im Zuge seiner Insolvenz als Einzelunternehmer geschmälert haben.

Konkret dreht sich das Ganze um Bargeld in Höhe von 120.000 Euro sowie zusätzlich elf hochpreisige Uhren und Manschettenknöpfe, Uhrenarmbänder und andere Gegenstände im Gesamtwert von fast 250.000 Euro. Die Vermögenswerte sollen dabei in einem Tresor im Haus von Angehörigen Benkos verborgen gewesen sein. Im Fokus steht dabei auch seine Ehefrau, es gilt für beide die Unschuldsvermutung. 

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