„Beschwerliche Haft“
Dutzende Gaza-Aktivisten aus Israel abgeschoben
Nach dem Stopp der Gaza-Hilfsflotte durch die israelische Marine sind Dutzende pro-palästinensische Aktivisten in ihre Heimatländer abgeschoben worden. Unter ihnen befanden sich 36 Türken und 26 Italiener. Das italienische Außenministerium beklagte, dass die Haftbedingungen für die Aktivisten besonders beschwerlich seien.
Weitere haben das Dokument zur freiwilligen Ausreise nicht unterzeichnet und müssen nun auf eine gerichtliche Abschiebung warten, wie Italiens Außenminister Antonio Tajani am Samstag mitteilte. „Ich habe der italienischen Botschaft in Tel Aviv erneut die Anweisung gegeben, sicherzustellen, dass die verbleibenden Landsleute mit Respekt und unter Wahrung ihrer Rechte behandelt werden“, schrieb er auf der Plattform X. Das konsularische Team der italienischen Botschaft in Israel habe die Betroffenen persönlich getroffen. Sie seien wohlauf, aber körperlich und psychisch stark erschöpft, sowohl durch den langen Aufenthalt auf See als auch durch Festnahme.
Das Außenministerium berichtete, dass die Haftbedingungen für die Aktivistinnen und Aktivisten besonders beschwerlich seien. Tajani habe die Botschaft daher beauftragt, beim israelischen Außenministerium eine Überprüfung und Verbesserung zu verlangen. „Wir sind sehr besorgt um alle Italiener, die sich noch im Internierungslager befinden. Wir müssen dafür sorgen, dass alle nach Hause kommen“, sagte der Senator Marco Croatti von der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung, der ebenfalls bei der „Global Sumud Flotilla“ mitwirkte.
Hier sehen Sie das Posting von Tajani:
Österreicher „unversehrt“
Die vier österreichischen Aktivistinnen und Aktivisten, die sich beteiligen, sind laut dem Außenministerium „unversehrt in Israel an Land“. Die Auslandsvertretung habe diese am Freitag besucht. Alle vier würden durch Anwältinnen und Anwälte vertreten, die Kontaktpersonen wurden über den aktuellen Stand der Dinge informiert.
Nächste Flotte nimmt Kurs
Wie berichtet, waren die Schiffe der Flotte am Mittwochabend und Donnerstag nach der Fahrt durch das Mittelmeer von der israelischen Marine festgesetzt worden. An Bord waren mehr als 500 Menschen, darunter die schwedische Aktivistin Greta Thunberg und ein Enkel des verstorbenen südafrikanischen Ex-Präsidenten Nelson Mandela. Sie wollten laut eigener Aussage die israelische Seeblockade durchbrechen und Lebensmittel sowie Medikamente in den Gazastreifen bringen. Die Aktivistinnen und Aktivisten wurden nach Israel gebracht und sollen von dort abgeschoben werden.
Laut Berichten nimmt bereits eine weitere Flotte Kurs auf den Gazastreifen, die neun Boote waren am Freitagnachmittag vor der griechischen Insel Kreta. Im Jahr 2010 waren bei der Erstürmung einer ähnlichen Hilfsflotte durch israelische Streitkräfte neun Menschen getötet worden. Im Juni dieses Jahres nahmen Einheiten bereits einmal Thunberg und elf weitere Besatzungsmitglieder eines Schiffes fest, als sich dieses dem Gazastreifen näherte.
Seesperre im Jahr 2007 errichtet
Unabhängig vom Krieg im Gazastreifen riegelt Israel das Palästinensergebiet vom Meer aus strikt ab. Dies war 2007 nach der Machtübernahme der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas eingeführt worden und wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt. Die Blockade dient auch dazu, Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden.










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