Di, 21. August 2018

Lage eskaliert

25.01.2014 17:13

Kiew: Sicherheitskräfte drohen mit Offensive

In der Ukraine ist es nach einem kurzen Waffenstillstand zu neuen Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte drohten den hinter Barrikaden verschanzten Regierungsgegnern in Kiew am Samstag mit einer Offensive.

Der ukrainische Innenminister Vitali Sacharschenko appellierte an friedliche Teilnehmer der Proteste, den Unabhängigkeitsplatz zu verlassen und sich an "andere, sichere Plätze" zu begeben: "Verlasst die Radikalen, niemand wird friedliche Proteste zerschlagen", erklärte er.

Diejenigen, die weiter auf dem Unabhängigkeitsplatz und in besetzten Verwaltungsgebäuden blieben, "werden als extremistische Gruppen betrachtet", warnte der Innenminister. "Bei Gefahr werden wir zur Gewaltanwendung gezwungen sein." Nach Sachartschenkos Angaben hatten Demonstranten auf dem Platz zwei Polizisten gewaltsam festgehalten. Nach ihrer Befreiung hätten die Polizisten Spuren von "Folter" aufgewiesen.

Die Ereignisse in Kiew in den vergangenen Tagen hätten gezeigt, "dass unsere Versuche, den Konflikt friedlich und ohne den Einsatz von Gewalt zu lösen, zwecklos bleiben", erklärte Sacharschenko am Samstag. Er warf den Demonstranten vor, in ihrem Protestlager im Stadtzentrum von Kiew Schusswaffen zu horten.

Oppositioneller bittet Europarat um Hilfe
Der Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk sprach sich mit Nachdruck für eine Beteiligung des Europarats zur Beilegung des seit zwei Monaten andauernden Konflikts in der Ex-Sowjetrepublik aus. "Ohne Vermittlung unserer westlichen Partner wird die politische Krise nur schwer zu beenden sein", sagte er nach einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle in Kiew. Füle forderte beide Seiten auf, die Gewalt zu stoppen und den Dialog fortzusetzen.

Demonstranten in Kiew warfen in der Nacht wieder Steine und Brandsätze auf Sicherheitskräfte. Polizisten attackierten Regierungsgegner mit Blendgranaten und Tränengas. Erneut brannten Barrikaden. Für zusätzliche Spannungen sorgte eine Mitteilung des Innenministeriums, dass abseits der Zusammenstöße die Leiche eines Polizisten gefunden wurde. Die Hintergründe sind noch unklar.

45-Jähriger erliegt Verletzungen
Indes ist am Samstag ein Demonstrant, der bei Ausschreitungen am Mittwoch schwer verletzt wurde, im Krankenhaus gestorben. Bei dem Toten handelt es sich um einen 45-Jährigen, der mehrere Schüsse in die Brust erlitten hatte. Damit stieg die Zahl der Toten seit Beginn der gewalttätigen Proteste auf sechs, 1.700 Menschen wurden verletzt.

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