Alarm im Häfen

Langeweile hinter Gittern lässt Aggression steigen

Innenpolitik
28.08.2025 20:00

Eine Anfrage an die Justizministerin zeigt Missstände in den Häfen auf: statt sinnvoller Beschäftigung herrscht Langeweile! FPÖ-Sprecher fordert dringend mehr Personal – zur Sicherheit für alle eingesetzten Beamten ...

In den heimischen Haftanstalten herrscht Alarmstufe Rot! Immer mehr Häftlinge sitzen ihre Strafen ab, ohne Arbeit oder sinnvolle Beschäftigung. Grund: massiver Personalmangel. Werkstätten bleiben geschlossen, Freizeitangebote gestrichen – Langeweile statt Resozialisierung als Programm.

Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ brachte jetzt brisante Zahlen ans Licht: Während manche Gefängnisse wie Asten (91 %) oder Garsten (88 %) fast alle Insassen in Arbeit halten können, herrscht in der Wiener Josefstadt gähnende Leere in den Werkstätten – nur 27 Prozent der Häftlinge sind dort beschäftigt.

Der blaue Bereichssprecher für den Öffentlichen Dienst, Christian Lausch, warnt: „Zu wenig Personal – Insassen werden nicht beschäftigt! Aggression steigt massiv.“

Leben hinter Gittern: nur die wenigsten Insassen gehen einer sinnvollen Beschäftigung nach.
Leben hinter Gittern: nur die wenigsten Insassen gehen einer sinnvollen Beschäftigung nach.(Bild: P. Huber)
Zitat Icon

Das Thema ist wirklich keine Raketenwissenschaft, da muss man nur eins und eins zusammenzählen. Unterbeschäftigte Insassen neigen zu mehr Gewalt, das ist Fakt und eine große Gefahr für die Justizwache. Da muss die Ministerin endlich handeln.

Christian Lausch, FPÖ

Deutschkurse: Zahl an Teilnehmern „unbekannt“
Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) verweist hingegen auf Deutsch-, Alphabetisierungs- und Fachkurse. Doch die Praxis sieht anders aus: Mangels Personal bleiben Werkstätten geschlossen, Freizeitangebote eingeschränkt, und selbst für Sport oder kreative Aktivitäten fehlt es an Betreuung. Zwar wurden 2024 noch rund 9200 Stunden Freizeitangebote gezählt, doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Anstalten sind riesig.

In der Wiener Justizanstalt Josefstadt „langweilen“ sich die Insassen am häufigsten. Nur rund 27 ...
In der Wiener Justizanstalt Josefstadt „langweilen“ sich die Insassen am häufigsten. Nur rund 27 Prozent gehen einer sinnvollen Beschäftigung nach.(Bild: Anja Richter)

Keine konkreten Zahlen zu Deutschkursen
Spannendstes Detail der Ursachenforschung: Zwar gibt es Deutschkurse in fast allen Anstalten, doch konkrete Zahlen über die Teilnehmer sind laut Ministerium nicht verfügbar – die Erhebung wäre „zu aufwendig“ – ein Schelm, wer Böses denkt. Lausch warnt vor einer gefährlichen Entwicklung: Ohne Arbeit und sinnvolle Beschäftigung steige das Aggressionspotenzial der Häftlinge massiv. Und das könne auch für das Sicherheitspersonal zu einer immer größeren Belastung werden.

Fazit: Der Strafvollzug steht an einem Scheideweg. Zwischen pädagogischem Anspruch und harter Realität klafft eine Lücke. Wenn Insassen tagein, tagaus ohne Aufgabe in engen Zellen sitzen – und nicht die Sprache des Landes beherrschen -, ist die nächste Attacke nur eine Frage der Zeit ...

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt