Es war eine Jubelmeldung aus dem Ressort der zuständigen LH-Stellvertreterin Christine Haberlander: OÖ habe sich bei der Betreuung der unter Dreijährigen im Bundesländervergleich vom letzten auf den vorletzten Platz vorgeschoben. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt aber: Das stimmt so nicht ganz.
Oberösterreich habe sich „vom Schlusslicht in diesem Bereich bereits um einen Platz verbessern“ können, ließ LH-Vize Christine Haberlander (ÖVP) Anfang dieser Woche wissen. Anlass der Erfolgsmeldung war der aktuelle Bundes-Monitoring-Bericht der Statistik Austria zum Betreuungsangebot für unter Dreijährige: OÖ habe da bundesweit den drittstärksten Zuwachs innerhalb eines Jahres verzeichnet und einen Rekord mit 83 neuen Krabbelstubengruppen erreicht.
Eine weite Reise
Haberlander verbuchte den vermeintlichen Vorstoß auf Platz acht als wichtigen Schritt in Richtung ihres deklarierten Ziels, „Kinderland Nr. 1“ zu werden: „Ich bin sehr froh, dass wir diese Reise gestartet haben.“ Der Weg ist allerdings noch immer unverändert weit. Denn bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Oberösterreich bei der Betreuung der unter Dreijährigen tatsächlich noch immer Letzter ist.
Tageseltern nicht mitgerechnet
Dann nämlich, wenn man die „erweiterten Besuchsquoten inklusive Tageseltern“ im Monitoring-Bericht heranzieht. In Oberösterreich liegt diese Quote bei den Null- bis Zweijährigen bei 26,7 Prozent – und das ist der niedrigste aller Werte. Zum Vergleich: Der Vorletzte Steiermark liegt bei 27,2, das Top-Bundesland Wien bei 47,5 Prozent.
„Ungenügende Öffnungszeiten“
SPÖ-Bildungssprecherin Doris Margreiter sieht die Hauptursache für das Dilemma in den „ungenügenden Öffnungszeiten“. Bei den familienfreundlichen Kinderbetreuungsplätzen hinke Oberösterreich massiv nach. „Kein Wunder, weil die Gemeinden aufgrund der knappen Finanzen bei jeder Randstunde sparen müssen“, sagt Margreiter. Haberlander sei gefordert, für flächendeckende vollzeittaugliche und familiengerechte Kinderbildungsangebote für Ein- bis Sechsjährige in OÖ zu sorgen.
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