Aktion mit Tradition

Weiße Kreuze dienen als Mahnung und Warnung

Oberösterreich
17.11.2025 11:20

Sie warnen und mahnen: Die ARBÖ Oberösterreich stellt seit Jahrzehnten rund um Allerseelen die hölzernen Tafeln auf. Leider sind sie immer noch wichtig. Heuer gab es bis 9. November in unserem Bundesland schon 67 Todesopfer im Straßenverkehr, nur in Niederösterreich waren es mehr.  

Es ist eine Aktion mit Tradition: Seit Jahrzehnten nimmt der ARBÖ Oberösterreich die Tage rund um Allerseelen und Allerheiligen zum Anlass, um mit weißen Kreuzen am Straßenrand der im Straßenverkehr verunglückten Menschen zu gedenken. „Das ist auch als Appell an die Verkehrsteilnehmer zu verstehen: Geschwindigkeit anpassen, aufmerksam und auf Sicht fahren. Hände weg vom Handy während der Fahrt, und das Hantieren mit dem Bordcomputer auf das Nötigste beschränken“, so ARBÖ-Landesgeschäftsführer Thomas Harruk.

Franz Thallinger mit seinem Sohn Gerhard Gmunden mit ARBÖ-Gmunden Prüfzentrumsleiter Stefan ...
Franz Thallinger mit seinem Sohn Gerhard Gmunden mit ARBÖ-Gmunden Prüfzentrumsleiter Stefan Winter(Bild: ARBÖ OÖ)

Anstieg um zehn Prozent
Laut der Unfallstatistik ist die Zahl der Verkehrstoten in OÖ im Vergleich zu 2024 heuer um zehn Prozent gestiegen, bis 9. November waren es 67 Opfer. Nur in NÖ sind schon mehr Unfalltote zu beklagen, nämlich 96.

„Sie sollen nachdenklich machen“
Franz Thallinger (73) ist langjähriger Funktionär des ARBÖ-Ortsklub Gmunden und war früher Prüfzentrumsleiter. Er stellt seit mehr als drei Jahrzehnten Weiße Kreuze auf: „Die Weißen Kreuze sollen schon ein bisserl nachdenklich machen. Mich rufen öfter Leute an, die vor zehn Jahren oder noch länger hier jemanden verloren haben und bitten mich an diesen Orten Kreuze aufzustellen. Ansonsten geh’ ich danach, ob wo Kränze liegen, Kerzen oder Gedenksteine stehen.“

Fünf Kreuze mahnen
Gleich fünf Weiße Kreuze stehen innerhalb eines knappen Kilometers bei Kranichsteg in St. Konrad: „Das waren fünf Motorradfahrer“, weiß Thallinger: „Ja, ja, die S-Kurven“.

Krone-Kommentar
Ein Blick, dann runter von Gas

Neulich bin ich von Bad Leonfelden nach Vorderweißenbach gefahren. Ich hatte es nicht so richtig eilig, aber ein bisserl „drawig“ war ich natürlich doch. In einer Linkskurve hab’ ich den Brodler vor mir überholt. Ging super. Doch im Augenwinkel seh’ ich, wie rechts neben uns am Straßenrand zwei Weiße Kreuze stehen. Und ein paar hundert Meter weiter wieder eins. Und noch eins.

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Ich bin runter vom Gas und ins Grübeln gekommen. Die Toten hatten es wahrscheinlich auch „drawig“. Oder vielleicht wollten sie bloß schnell fahren. Am Friedhof hat man alle Zeit der Welt. Aber nutzen kann man sie nicht mehr.

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