Der "Grundstein" für den Außenposten der Menschheit wurde am 20. November 1998 gelegt, als eine russische Proton-Rakete das erste Bauteil ins All brachte. Zwei Wochen später befestigte dann eine Spaceshuttle-Crew ein US-Modul an dem russischen Segment. Seit dem Jahr 2000 ist der Außenposten der Menschheit ständig besetzt, seit ihren Anfängen hat es auf der ISS fast 200 Außeneinsätze - zuletzt sogar mit Olympia-Fackel - sowie Hunderte Experimente gegeben.
In 90 Minuten einmal um die Erde
Mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Stundenkilometern rast die ISS in etwa 90 Minuten einmal um den Erdball. Raumfahrer schwärmen von dem Blick aus rund 400 Kilometern Höhe auf unseren Planeten. Nachts funkeln Megastädte, tagsüber glitzern Ozeane. Aber abgesehen von dieser Aussicht sei die ISS aber alles andere als eine schwebende Traumherberge, erzählt der Kosmonaut Pawel Winogradow. Bei schlechter Luft und bescheidenem Essen lebe die außerirdische Wohngemeinschaft fast ohne Privatsphäre zwischen Computern und Kabeln. "Die Raumstation ist kein Luftschloss, sondern eher ein Zeltlager", sagt auch der US-Astronaut Chris Cassidy.
Gut ein Dutzend Nationen - neben den USA und Russland vor allem Europäer sowie Japan und Kanada - beteiligen sich an der ISS, die mit ihren Sonnensegeln aussieht wie eine riesige Libelle. Die meisten Bauteile stammen aus Russland und den USA, mit dem in Bremen und Turin (Italien) gebauten Columbus-Labor erhielt das "Haus im Orbit" 2008 aber auch ein "europäisches Zimmer".
ISS-Gegner kritisieren die hohen Kosten
Von Beginn an gab es aber auch Kritik an der Raumstation. Die Gesamtkosten von mehr als 100 Milliarden Euro stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, meinen ISS-Gegner. Keins der bisher mehr als 1.200 Experimente auf der fliegenden "Tüftlerbude" habe Bahnbrechendes zutage gefördert, behaupten sie. Schlagzeilen mache die Station nur mit singenden Astronauten, defekten Toiletten oder als Kulisse für Hollywood-Filme wie das aktuelle Weltraum-Abenteuer "Gravity".
Der Vorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, widerspricht dem. "Fernsehen, Kommunikation, Wettervorhersage - das alles wäre nicht möglich ohne Raumfahrttechnik." Auch die Ergebnisse der Medizinforschung in der Schwerelosigkeit, etwa über den Kreislauf und den Salzhaushalt, würden auf der Erde genutzt. Der DLR-Chef sieht die Raumfahrt auch als Ausdruck menschlicher Neugier. "Im Weltall warten noch viele Geheimnisse auf uns. Wir verstehen noch nicht einmal fünf Prozent von dem, was da draußen ist", meint Wörner.
Geld für Zeit nach 2020 fehlt noch
Bis 2020 haben die Raumfahrtbehörden den Betrieb der ISS vereinbart. Für die Zeit danach fehlt noch Geld. Auch deswegen schlagen die Europäer vor, China an der ISS zu beteiligen - das Riesenreich plant derzeit den Aufbau einer eigenen Raumstation. Die USA und Russland sind jedoch skeptisch, für sie hat Raumfahrt auch eine militärische Komponente. Sie wollen sich von China nicht in die Karten schauen lassen. Zudem bezweifeln Experten, dass Peking seine eigenen Pläne fallen lässt, um eine alternde ISS mitzufinanzieren.













Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.