Die Verwandtschaft zu den Kamelen lasse sich besonders gut an einem der gefundenen Fußknochen erkennen. Die Ansätze für die Zehen seien derart weit gespreizt, wie dies nur bei Kamelen vorkomme. Erstaunlich sei dabei die Größe: "Die Knochen sind fast doppelt so groß wie bei einem normalen Kamel, sie haben die Dimension der Knochen einer Giraffe", sagte Schmid.
Der Mittelfußknochen war bereits vor zwei Jahren von Archäologen der Universitäten Zürich und Basel in der zentralsyrischen Steppe gefunden worden. Damals war aber noch nicht klar, ob es sich um eine neue Tierart oder nur um eine pathologische Form handelte. Zwischen Juli und September dieses Jahres fanden die Forscher weitere Knochen des Riesenkamels an derselben Fundstelle. Außer einem Stück eines Unterkiefers befinden sich darunter auch mehrere Wirbel, ein Gelenk- und ein Schienbeinknochen.
Neue Tierart
Die mehr als 20 Knochen stammen zudem von verschiedenen Individuen und wurden in verschiedenen Schichten entdeckt. "Es ist keine Sonderform, sondern eine neue Tierart", sagte Jean-Marie Le Tensorer vom Institut für Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Basel. Laut Le Tensorer existierte die Tierart - sie hat noch keinen Namen - während einer Zeitspanne von bis zu 20.000 Jahren. Der spektakuläre Fund soll den Forschern jetzt helfen, die Evolution der Kamele zu klären. Denn über die Verwandtschaft und die Entstehung der Kamele ist bisher sehr wenig bekannt.
Bisher wurde angenommen, dass das zweihöckrige Kamel - und nicht das einhöckrige Dromedar - die ursprünglichere Form ist. Diese Theorie könnte nun eventuell ins Wanken geraten. Das entdeckte Riesenkamel ist laut Schmid nämlich ein einhöckriges Dromedar. Hinweise dafür gebe das Stück des Unterkiefers, sagte Schmid.








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