"Escape Plan"

Stallone und Schwarzenegger im Horror-Knast

Kino
13.11.2013 14:46
Es ist nicht das erste Mal, dass Sylvester Stallone aus einem Gefängnis ausbricht. Schon 1989 war er etwa mit Kurt Russell in "Tango & Cash" zu Unrecht hinter Gittern, und im gleichen Jahr hatte er es in "Lock Up" mit einem sadistischen Gefängnisleiter zu tun, der seinen Insassen am liebsten für immer im Kittchen gesehen hätte. Mittlerweile ist Stallone stolze 67 Jahre alt, doch den beschwerlichen Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis scheut er auch heute nicht.

In "Escape Plan" (Kinostart: 15. November) von Mikael Hafström trifft er als Ausbruchsexperte Ray Breslin erneut auf einen Sadisten im Chefsessel - und ist letztendlich auf die Hilfe von Arnold Schwarzenegger (66) angewiesen.

Das Gefängnis, mit dem es die altgedienten Actionhelden diesmal zu tun haben, soll - wie im ursprünglichen Titel "The Tomb" angedeutet - einem Grab gleichkommen: Wer einmal hier drin ist, kommt nie wieder raus. Damit dieser Albtraum realisiert werden kann ("für Gefangene, die von sämtlichen Regierungen der Welt abgeschrieben wurden", wie es seitens der auftraggebenden CIA heißt), wird Ray Breslin kontaktiert, dessen Job es ist, sich in Gefängnisse einzuschleusen und mit Ausbrüchen die Schwachstellen des Systems aufzuzeigen. Doch diesmal ist der Auftrag eine Falle und eine Rückkehr nicht vorgesehen - was Stallone und sein Mitgefangener Emil Rottmayer (Schwarzenegger) naturgemäß nicht akzeptieren wollen.

Hafström inszeniert den Gefängnisfilm sehr direkt und zielgerichtet, mit einigen schönen kleinen Wendungen und politischem Subtext. Das ultimative Gefängnis, das er skizziert, erinnert an das von Jeremy Bentham im ausgehenden 18. Jahrhundert entworfene Panopticon, das die gleichzeitige Überwachung vieler Menschen durch wenige Überwacher ermöglicht. Im Film befinden sich die Gefangenen in verglasten Zellen, die von überall einsehbar sind. Um Informationen von den Häftlingen zu erlangen, schrecken Gefängnisleiter Hobbes (Jim Caviezel, "Person of Interest") und seine maskierten Schergen auch nicht vor Folter - von der Hitzekammer bis zum Waterboarding - zurück. Guantanamo lässt grüßen.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: In "The Expendables" kämpften sie bereits kurz Seite an Seite, nun messen sich die Action-Ikonen Stallone und Schwarzenegger, zwei Saurier der Ära Mann gegen Mann, erstmals in gleichberechtigten Hauptrollen. Regisseur Mikael Hafström setzt genretechnisch ganz auf die solide Tradition des 80er-Jahre-Actionkinos, würzt dieses mit einem Schuss SciFi und lässt bei der Licht- und Bildgestaltung "altersmilde Heldenverehrung" einfließen. Eine denkwürdig-fiebrige Performance liefert der ansonsten so stoische "Terminator" ab, wenn er in ärgster Bedrängnis "österreichisch" fabuliert: Muskelmasse, markige Sprüche - und ein Vaterunser!

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