"Wir sind zum Äußersten bereit", sagt Gewerkschafter Rainer Wimmer (kl. Bild unten) kämpferisch. Und sein Kollege Karl Proyer (kl. Bild oben) betont: "Wir werden den Konflikt jetzt auf die Betriebsebene verlagern."
Unbefristeter Streik in 70 Prozent der Unternehmen
Das bedeutet konkret: In den nächsten Tagen finden österreichweit Betriebsversammlungen statt. Ab Dienstag soll dann in etwa 70 Prozent der Unternehmen aus der Maschinen- und Metallwarenindustrie gestreikt werden – und zwar ohne ein zeitliches Limit.
Für den Fachverband (FMMI) gibt es laut Gewerkschaft nur eine Chance, das Katastrophenszenario zu verhindern: indem man sich bis Montag doch noch einigt. Laut Wimmer ist die Gewerkschaft jedenfalls zu Gesprächen bereit.
Flexiblere Arbeitszeiten als größter Zündstoff
Größter Streitpunkt und "eine Grauslichkeit" ist für die Gewerkschaft das Beharren des FMMI auf einer Arbeitszeitflexibilisierung. Ohne die wollen die Arbeitgeber diesmal keiner Lohnerhöhung zustimmen. Wimmer: "Das Diktum 'Sonst gibt es kein Geld' hat es in dieser Schärfe noch nie gegeben. Wir werden deshalb am Dienstag ab 6 Uhr früh in einen unbefristeten Streik eintreten."
Aus Sicht von Proyer ist das von den Firmen geforderte "Zeitkonto" nur dazu da, um Überstundenzuschläge einzusparen. Arbeitgeber-Verhandler Christian Knill sieht das anders: Das Zeitkonto sei nötig, damit die Betriebe bei Auftragsspitzen mehr, bei Minderauslastung weniger Mitarbeiter einsetzen können.
Neues Arbeitgeber-Angebot immer noch zu gering
Auch beim Geld herrscht Uneinigkeit: Die Arbeitgeber erhöhten ihr Angebot zuletzt auf plus 2,3 Prozent für KV- und Ist-Löhne. Proyer: "Das enspricht nicht dem, was wir erwarten." Die Gewerkschaft fordert weiterhin 3,4 Prozent.
Knill bleibt kämpferisch: "Wir nehmen Streik in Kauf"
Ob bis Dienstag ein Kompromiss gefunden wird, ist fraglich. Knill bleibt ebenfalls hart: "Wir nehmen einen Streik in Kauf." Die heurigen Auftragseinbrüche zusammen mit Gewerkschaftsforderungen würden ein Loch von 800 Millionen Euro in die Kassen der Unternehmen reißen. "Das gefährdet Tausende Arbeitsplätze."
ÖGP-Präsident kündigt Zustimmung zu Streik an
Der ÖGB-Bundesvorstand kündigte unterdessen an, am Donnerstag dem Streik-Antrag der Metaller-Gewerkschaft "mit Sicherheit zustimmen". ÖGB-Präsident Erich Foglar forderte am Mittwochabend zugleich die Arbeitgeber auf, die Zeit bis zur Arbeitsniederlegung für Verhandlungen zu nützen. Es müsse nicht zum Streik kommen, wenn noch eine Einigung bis zum Dienstag erzielt werde.
Foglar betonte, dass die Metaller den Streikbeschluss nicht leichtfertig getroffen hätten. Dies sei immer das allerletzte Mittel für eine Gewerkschaft. Den letzten Streik gab es 2011. Damals legten 70.000 Beschäftigte für zwei Tage die Arbeit nieder.











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