Für Kurzgeschichten

Literaturnobelpreis geht an Kanadierin Alice Munro

Ausland
10.10.2013 14:50
Keinem ihrer Landsleute ist es bisher gelungen, nun erhält die 82-jährige Alice Munro den ersten Literaturnobelpreis für Kanada. Das gab die Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften am Donnerstag bekannt. In der Begründung wird die Autorin als "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte" bezeichnet.

Laut kanadischen Medien wurde Munro von ihrer Tochter über die Auszeichnung informiert. Diese habe sie aufgeweckt und ihr die Neuigkeiten mitgeteilt, schreibt der kanadische Nachrichtenkanal CBC News auf seiner Homepage. Das Nobelpreis-Komitee hatte bereits auf Twitter mitgeteilt, dass die Neo-Laureatin das Telefon nicht abgehoben hatte: "Die Schwedische Akademie konnte Alice Munro nicht erreichen, hat eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen."

82-Jährige will bald mit dem Schreiben aufhören
Die bereits vielfach geehrte und gerne mit dem russischen Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow verglichene Autorin war in den vergangenen Jahren immer wieder als Nobelpreiskandidatin gehandelt worden. Erst im vergangenen Juni hatte Munro ihren Rückzug vom Schreiben angedeutet. "Ich werde wahrscheinlich nicht mehr schreiben", sagte die Kanadierin damals. "Es ist nicht so, dass ich das Schreiben nicht geliebt habe, aber man kommt in eine Phase, wo man über sein Leben irgendwie anders denkt." Der jüngste ihrer zahlreichen auch auf Deutsch übersetzten Erzählbände heißt "Zu viel Glück" und ist im Jahr 2011 erschienen.

Fans sprechen von "kurzen Romanen" mit viel Tiefgang
Munro, eine Bauerntochter aus einfachsten Verhältnissen, hatte bereits als Jugendliche zu schreiben begonnen. Dass die Kanadierin "nur" Kurzgeschichten schreibe, haben ihre Fans oft infrage gestellt - und in Bezug auf Gehalt und emotionale Tiefe ihrer Bücher lieber von "kurzen Romanen" gesprochen.

Sie überlege sich für jede Figur eine ganze Geschichte, weit über den kurzen Ausschnitt der Story hinaus, den sie erzählt, hatte Munro einmal bestätigt. Ihre zahlreichen - meist weiblichen - Protagonistinnen, wie sie in Bänden wie "Die Jupitermonde", "Glaubst du, es war Liebe?", "Die Liebe einer Frau", "Tricks", oder "Himmel und Hölle" vorkommen, kämpften, zeitlich jeweils parallel zu Munros eigener Biografie, mit den Wirren des Erwachsenwerdens, mit dem Zurechtfinden zwischen schwierigen Jobs und noch schwierigeren Männern, oder mit dem Alleinsein im Alter.

Preis mit rund 920.000 Euro dotiert
Die mit acht Millionen Kronen (rund 920.000 Euro) dotierte Auszeichnung ging im Vorjahr an den chinesischen Autor Mo Yan. Offiziell überreicht werden die Nobelpreise in Stockholm am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

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