Die Unwettersaison startete heuer ungewöhnlich früh – am Wochenende gingen um Langenlois, Bezirk Krems, die ersten Hagelschauer nieder. Schäden in der Landwirtschaft sind (noch) keine zu erwarten. Dennoch sind Fachleute besorgt.
Überrascht war Manfred Weinhappel, als er am Wochenende die Meldung vom ersten Hagel dieses Jahres vernahm: „Das war ungewöhnlich früh im Jahr.“ Weinhappel weiß, wovon er spricht. Er ist als Leiter der Abteilung für Pflanzenproduktion in der Landwirtschaftskammer NÖ mit den Folgen der Klimaveränderungen hautnah befasst. Und Hagelunwetter im März sind – da sind sich die heimischen Wetterdienste einig – Phänomene, mit denen im Zuge des Klimawandels nun immer öfter zu rechnen sein wird. Bisher startete die Unwettersaison eher Ende April oder Anfang Mai.
Zum Glück zu früh für Schäden
Da so früh im Jahr die Vegetation noch nicht sehr weit gediehen ist, sei durch den sonntägigen Hagel nicht mit Schäden in der Landwirtschaft zu rechnen, sagt Weinhappel: „In zwei bis drei Wochen würde das schon anders ausschauen.“
Bei Hagelschlag ist man als Landwirt nur Passagier – da zählt dann nur die eine Frage: Bin ich versichert, oder bin ich nicht versichert?

Manfred Weinhappel, Landwirtschaftskammer Niederösterreich
Bild: EVA LECHNER
Versicherung ist wichtig
Mit Meteorologen arbeitet man in der Landwirtschaftskammer längst an Strategien, wie man den Klimaentwicklungen begegnen soll. Denn: „Wegzaubern kann man das Wetter nicht“, sagt Weinhappel. Auf zunehmende Trockenheit könne man mit Produktumstellung, etwa auf Sojabohnen, reagieren. Bei Hagel helfen allerdings nur zwei Maßnahmen: „Netze und eine ausreichende Versicherung“, erklärt der Pflanzenbauexperte. Immerhin verursache Hagel jährlich Ernteausfälle in Millionenhöhe.
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