Als zusätzliche Erinnerung an den wohl ohnehin unvergesslichen Abend schnappte sich Leovac nach Spielende vom englischen Starschiedsrichter Howard Webb den Spielball und nahm ihn mit nach Hause. Für Leovac, der in der kroatischen Liga Dinamo die Daumen drückt, war es der erste Pflichtspieltreffer im Trikot der Violetten. "Einen besseren Ort und Zeitpunkt dafür hätte ich mir nicht aussuchen können. Das war schon ein kleines Fußballmärchen", wusste Leovac über die Bedeutung seines Debüt-Tores in der 68. Minute bestens Bescheid.
Leovac wurde in Jajce in Bosnien-Herzegowina geboren, ist aber in Aschbach in Niederösterreich aufgewachsen und seit März 2011 österreichischer Staatsbürger. Leovac hat jede Menge Verwandte in der kroatischen Hauptstadt, außerdem ist seine Frau Anita aus Zagreb. Deren Elternhaus steht nur zwei Kilometer vom Zagreber Stadion entfernt. "Jedes Mal, wenn wir ein paar Tage freihaben, fahren wir nach Zagreb", berichtete Leovac.
Für die Partie am Mittwoch, sein erstes Pflichtspiel in der laufenden Saison, hatte Leovac gleich 40 Tickets für Freunde und Verwandte besorgen müssen. Trotz aller Euphorie warnte Leovac vor dem Rückmatch am Dienstag in Wien: "Uns ist ein gutes Ergebnis gelungen. Aber es warten noch harte 90 Minuten auf uns."
"Unter Stöger eine Saison zum Vergessen"
In der vergangenen Saison hatte Leovac unter Trainer Peter Stöger fast keine Rolle gespielt, gerade einmal 135 Minuten durfte er auf dem Weg zum Meistertitel mitwirken. "Unter Stöger habe ich eine Saison zum Vergessen erlebt, darüber will ich gar nicht mehr sprechen", meinte Leovac. Aber auch unter Stögers Nachfolger Nenad Bjelica hat Leovac mit Suttner einen scheinbar übermächtigen Rivalen auf seiner Position vor sich.
Doch Bjelica unterstrich nach dem Sieg in Zagreb, dass sich Leovac trotz seiner Reservistenrolle vorbildlich verhält. "Ich freue mich für Leovac wirklich ganz besonders. Mit Suttner hat er einen der besten Linksverteidiger Österreichs vor sich. Trotzdem trainiert er fleißig und verhält sich sehr positiv. Und jetzt hat er seine Chance perfekt genützt", erklärte Bjelica.
Auch in Zukunft bei der Austria?
Leovac scheint trotz Suttner seine nähere Zukunft bei der Austria zu sehen, sein Vertrag wurde im vergangenen Mai um drei Jahre bis 2016 verlängert. Schließlich ist es bei der Austria kein Geheimnis, dass Suttner über kurz oder lang den Sprung ins Ausland wagen wird. Mit Marko Stankovic erzielte auch das 2:0 (75.) ein Spieler, der vergangene Saison unter Stöger nicht allererste Wahl gewesen war. "In Zagreb haben sie beide bewiesen, wie wichtig sie für diese Mannschaft sind", stellte der Kroate Bjelica klar.
Und wie Leovac und Bjelica hat auch Stankovic seine Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien, alle drei waren daher logischerweise auch beliebte Interviewpartner für die kroatischen Medienvertreter. Der Steirer mit teilweise serbischem Stammbaum überließ die Rolle des Helden des Abends dabei gerne seinem Teamkollegen Leovac: "Er hatte als Ersatz von Suttner wirklich einen schweren Stand. Ich gönne ihm dieses Tor sehr."
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