31.07.2013 08:48 |

Fund in Leicester

Forscher entdecken mysteriösen "Sarg im Sarg"

Ganz in der Nähe jener Stelle auf einem Parkplatz in der englischen Stadt Leicester, an der im vergangenen Jahr die sterblichen Überreste des englischen Königs Richard III. entdeckt wurden, haben Wissenschaftler jetzt einen geheimnisvollen Sarkophag ausgegraben. Das Besondere an dem Fund ist, dass sich im Sarg aus Kalkstein ein weiterer Sarg aus Blei befindet.

Der völlig intakte Sarkophag aus Kalkstein war schon im Sommer 2012 im Zuge der Suche nach den Überresten von König Richard III. gefunden worden. Die Forscher widmeten ihm damals aber wenig Aufmerksamkeit, weil sie den Fokus ganz auf die Bergung der Gebeine des letzten Herrschers der Plantagenet-Dynastie richteten, die unter dem heutigen Parkplatz des Stadtrats von Leicester entdeckt wurden (siehe Infobox).

Richard III. kam bei der Schlacht von Bosworth - dem Höhepunkt der sogenannten Rosenkriege - am 22. August 1485 ums Leben. Während seine Knochen nur in einem offenbar hastig ausgehobenen Erdloch bestattet wurden, zeigt der ebenfalls gefundene schmuckvolle Sarkophag, dass hier vermutlich ein Ritter oder ein hochrangiger Geistlicher ein sehr ordentliches Begräbnis erhalten hatte.

Wissenschaftler finden Sarg im Sarg
Vergangene Woche haben die Archäologen den Steindeckel des zwei Meter langen Sarkophags vorsichtig anhoben und zu ihrer Überraschung im Sarg einen weiteren aus Blei gefunden, der mit einem Kreuz (siehe Bild 2) dekoriert ist. Das Fußende des Bleisargs ist beschädigt, sodass Knochenreste zu sehen sind.

"Keiner von uns hat so etwas je gesehen: einen Sarg im Sarg. Wir überlegen jetzt, wie wir ihn am besten öffnen können", sagte Mathew Morris von der University of Leicester gegenüber der BBC. Laut Angaben der University of Lancaster soll der Sarkophag im Winter unter sterilen Bedingungen vollständig geöffnet werden.

Überreste von Kloster-Gründer oder Ritter?
Wer der Tote im Bleisarg ist, darüber kann zurzeit nur spekuliert werden. Möglicherweise handle es sich um die sterblichen Überreste eines der Gründer des Greyfriars-Kloster, das an dieser Stelle stand und im 16. Jahrhundert im Zuge der Auflösung der englischen Klöster unter König Heinrich VIII. zerstört wurde, so die Wissenschaftler. Möglich sei aber auch, dass der Sarg die Gebeine eines Ritter namens Sir William Moton enthält, der laut Aufzeichnungen anno 1362 in der Kirche des Klosters bestattet wurde.

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