24.07.2013 19:13 |

Sachen gepackt?

Snowden könnte Moskauer Flughafen bald verlassen

Der Whistleblower Edward Snowden könnte den Moskauer Flughafen Scheremetjewo möglicherweise schon bald verlassen. Eine Meldung vom Mittwochnachmittag, wonach die russische Einwanderungsbehörde dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter die notwendigen Papiere bereits ausgestellt habe, bestätigte sich zunächst zwar nicht. Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena sagte jedoch, das Problem werde "in den nächsten Tagen" geregelt werden.

Kutscherena führte die Verzögerungen auf die "russische Bürokratie" und eine "für Russland einmalige Situation" zurück. "Er ist hier, er lebt hier", so der als kremltreu bekannte Anwalt über Snowden. Seinem Mandanten seien Fingerabdrücke abgenommen worden, der Asylantrag sei jedoch "bisher nicht geregelt", sagte Kutscherena. Snowden sitzt seit Wochen im Transitbereich des Flughafens fest, da die USA seine Reisedokumente für ungültig erklärt hatten.

Sachen schon gepackt?
Zuvor hatte es geheißen, Kutscherena überbringe Snowden jenes Schreiben der Migrationsbehörde, das er zur Einreise nach Russland benötigt. Snowden habe bereits seine Sachen gepackt. "Der Amerikaner macht sich zum Aufbruch bereit", wurde ein Insider zitiert. "Er bekommt jetzt neue Kleidung." Nach der Meldung hatten sich Scharen von Journalisten vor dem Transitbereich versammelt - vergebens, wie sich bald darauf herausstellte.

Anwalt: Snowden will langfristig in Russland bleiben
Laut dem Anwalt wolle sein Mandant nach einem positiven Bescheid langfristig in Russland bleiben. Er könne sogar die Staatsbürgerschaft beantragen und sich in Russland Arbeit suchen, so Kutscherena. Snowden selbst hatte hingegen zuvor bei einem Treffen mit Anwälten und Menschenrechtlern betont, er betrachte Russland nur als Übergangsstation und wolle so bald wie möglich nach Lateinamerika weiterreisen. Venezuela, Nicaragua und Bolivien hatten ihm politisches Asyl angeboten.

Obama will Klarheit
US-Präsident Barack Obama verlangte am Abend von Moskau Aufklärung über den Stand der Dinge im Fall Snowden. "Wir wollen von den russischen Behörden Klarheit über Snowdens Status und über jede Veränderung daran", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Er forderte erneut Snowdens Auslieferung in die USA.

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