Kein Erbarmen
Frau entlassen, weil sie todkranke Tochter pflegte
Terri Estepp wollte nur für ihre Tochter da sein. Doch ihre Chefs zeigten kein Erbarmen. Jetzt zieht die US-Amerikanerin, die in einer Bank gearbeitet hatte, vor Gericht.
30 Jahre lang hatte Terri Estepp (55) loyal für die Huntington Bank gearbeitet. Doch als ihre Tochter Samantha (31) schwer erkrankte, zählte das plötzlich nichts mehr. Samantha litt an einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs. Ihre Mutter wollte für sie da sein – und wurde dafür gefeuert.
Dabei hatte sie sich korrekt an das Gesetz gehalten. Zunächst nahm die 55-Jährige aus Detroit ihren ganzen Urlaub, um ihre Tochter im über 3000 Kilometer entfernten Kalifornien zu pflegen. Danach musste sie auf den „Family Medical Leave Act“ zurückgreifen. Dieses Gesetz erlaubt es Amerikanern, für die Pflege von Angehörigen bis zu zwölf Wochen unbezahlten Urlaub zu nehmen. Von den zwölf Wochen beantragte sie vier, um Samantha beizustehen. Als die Zeit um war und sie wieder zur Arbeit kam, erklärte sie den Chefs, sie brauche noch etwas länger.
Ich sagte meinen Chefs, dass ich zu meiner Tochter zurückmuss. Sie brauche mich. Noch am selben Tag wurde ich entlassen.
Mutter Terri Estepp
Die Antwort folgte prompt: mit der Entlassung. „Ich war komplett schockiert“, sagt Terri. „Weil mein vorheriger Chef mir das noch selbst vorgeschlagen hatte.“
Eineinhalb Wochen später starb Samantha. „Mit dem Gedanken, dass sie für meine Entlassung verantwortlich ist“, sagt die Mutter. Weil ihr die Huntington Bank nie den Kündigungsgrund mitteilte, verklagt sie den Ex-Arbeitgeber jetzt. „Alle sollen erfahren, was die Bank tat. Es war falsch, und so etwas darf sich nicht wiederholen.“

Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.