Doch keine Markierung?
Neue Theorie zu blauen Hunden in Tschernobyl
Das Rätsel um blau gefärbte Hunde, die in der verseuchten Sperrzone in Tschernobyl gesichtet wurden, ist offenbar doch nicht eindeutig gelöst. Ging man zunächst von einer Folge der Strahlung aus, wurde das Phänomen später als Markierung für sterilisierte Vierbeiner erklärt. Doch nun gibt es eine neue Theorie für die ungewöhnliche Färbung ...
Die Spekulationen zu den blauen Hunden, die rund um den Unglücksreaktor von Tschernobyl streifen, reißen nicht ab. Nachdem vermutet wurde, dass die Strahlung verantwortlich für das außergewöhnliche Erscheinungsbild ist, klärte das Staatsunternehmen Ecocentre, das sich mit der Beobachtung der Zone befasst, auf, dass sterilisierte Hunde mit der Farbe markiert werden.
„Unhygienisches Verhalten“ als Ursache
Doch alle diese Vermutungen seien falsch, wie die Organisation „Dogs of Chernobyl“ in einem ausführlichen Posting auf Social Media erklärt. „Tatsächlich stammte die blaue Farbe wahrscheinlich aus einer umgestürzten Toilettenkabine, in der sich die Hunde herumgewälzt hatten, wie Hunde das nun einmal gerne tun“, heißt es in dem Beitrag.
Mit diesem Beitrag will die Organisation den teils wilden Spekulationen ein Ende setzen:
„Die blaue Färbung war einfach ein Zeichen für das unhygienische Verhalten der Hunde! Wie jeder Hundebesitzer weiß, fressen die meisten Hunde so ziemlich alles, einschließlich Kot“, so die Organisation.
Kein Einfluss auf Krebsraten feststellbar
Auch interessant: Bei den Hunden handelt es sich um zwei voneinander getrennt lebende Rudel, die sich nicht untereinander vermehren. Man konnte bislang keine Hinweise darauf finden, dass sich diese Populationen als Reaktion auf ihre radioaktive Umgebung in irgendeiner Weise angepasst hätten. Es seien weder Anzeichen für erhöhte Tumorraten, noch für verringerte Krebsraten gefunden worden.
„Es ist eine Tatsache, dass Krebs im Allgemeinen eine Alterskrankheit ist“, heißt es in dem Beitrag. Die meisten Hunde würden unter den harten Bedingungen in Tschernobyl nicht lange genug leben, um Krebs zu entwickeln, „selbst wenn sie dafür prädisponiert wären“. Die Hunde, die in der Umgebung des havarierten Atomkraftwerks leben, sind Nachkommen jener Haustiere, die nach der Nuklearkatastrophe im Jahr 1986 zurückgelassen wurden.









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