11.07.2013 10:53 |

"Krone"-Ombudsfrau

Mit Helfern unterwegs: "Das ist selbstverständlich!"

"Das ist doch ganz selbstverständlich", sagen die freiwilligen Feuerwehrleute über ihren Einsatz für die Allgemeinheit. Dass sie in Not- und Krisensituationen helfen, ist aber keine Selbstverständlichkeit - sondern Aufwand, Hingabe und Arbeit bis zur Erschöpfung.

Brände löschen, eingeklemmte Menschen aus Unfallautos befreien, Gefahrengutunfälle meistern, Tiere retten, Keller auspumpen, Verkehrswege freimachen – die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen sind in vielen Notfällen gefordert. Mehr als 1,2 Millionen (!) Einsatzstunden haben freiwillige Feuerwehrleute allein während der jüngsten Hochwasserkatastrophe und nach den gewaltigen Murenabgängen geleistet. Eine eindrucksvolle Zahl, die zeigt, wie wichtig diese Arbeit für die Gesellschaft ist.

Kaum Schlaf und 2.000 Fleischlaberln
Eine von 4.518 freiwilligen Feuerwehren in Österreich ist die FF Kritzendorf (NÖ). Es sind Arbeiter, Angestellte, Ärzte, Studenten, Schüler, Männer wie Frauen, die hier eine zweite Berufung für ihre Freizeit gefunden haben. Mit einem weiten Betätigungsfeld. Denn der Ort liegt an der Donau und einer stark frequentierten Eisenbahnlinie. Bergungen nach Zugsunfällen oder Wasserrettungen gehören hier genauso zum Alltag der Helfer wie Löscheinsätze und Bergungen nach Verkehrsunfällen.

Fast jährlich steigt außerdem die Donau über die Ufer. Das diesjährige Hochwasser hat die Mannschaft bis zur Leistungsgrenze gefordert. "Während der ersten Woche haben wir insgesamt vielleicht neun Stunden geschlafen. Viele von uns waren tagsüber in der Arbeit und anschließend die ganze Nacht im Einsatz", erklärt Kommandant Peter Dussmann. Dem insgesamt dreiwöchigen Hochwasser-Einsatz folgte dann noch das alljährliche Feuerwehrfest. Drei Tage lang wurden unzählige Gäste bewirtet.

Dafür haben die Florianijünger unter anderem 2.000 Fleischlaberln selber zubereitet. Eine "Arbeit", die nicht vorrangig dem Vergnügen dient. Denn öffentliche Mittel decken den Finanzbedarf für Fahrzeuge, Ausrüstung und Ausbildungen nicht ab. Mit den Einnahmen aus Festen und durch Spenden finanzieren die Feuerwehren einen Teil dieser Kosten selbst. Allein die Grundausrüstung pro Mann oder Frau beläuft sich auf mehr als 1.500 Euro!

Eine moralische Verpflichtung
Angesichts der Hochwasserkatastrophe hat die Bundesregierung den Feuerwehren 95 Millionen Euro für das Jahr 2013 versprochen. Ein geringer Betrag im Vergleich zu dem, was es kosten würde, müsste man die Arbeit der Freiwilligen entlohnen. Die "Krone"-Ombudsfrau meint außerdem, dass auch eine Dienstfreistellung im Katastrophenfall endlich gesetzlich geregelt werdenmuss! Retten, Löschen, Bergen, Schützen – dafür ist eingespielte Teamarbeit und Know-how für die Gerätschaft Voraussetzung. Eine mindestens 20 Kilo schwere Atemschutzausrüstung beispielsweise kann sich niemand "einfach so" umschnallen und dann in ein brennendes Haus rennen.

Die freiwilligen Feuerwehrleute verbringen deshalb einen Gutteil ihrer Freizeit mit Ausbildungen und regelmäßigen Übungen. Das dient auch der Sicherheit der Mannschaft im Ernstfall. "Mein Dank gilt allen Mitgliedern für ihren Einsatz, nicht nur im Katastrophenfall", ist Albert Kern, Präsident des Österreichischen Feuerwehrverbandes, auf das Engagement der Ehrenamtlichen stolz. "Für uns ist der Einsatz für die Allgemeinheit eine moralische Verpflichtung, denn nur gemeinsam kann man Krisen meistern", sagen die Helfer aus Kritzendorf.

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