06.07.2013 14:46 |

Nächtlicher Überfall

Nigeria: Islamisten stürmen Internat - Dutzende Kinder tot

Vermutlich radikale Islamisten haben am Samstag bei einem Angriff auf eine Internatsschule im Nordosten Nigerias 27 Schüler und einen Lehrer getötet. Die Angreifer setzten das Gebäude in der Stadt Potiskum in Brand und erschossen die Schüler, als diese zu fliehen versuchten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Polizeiquelle. Mehrere Schüler mussten wegen Brandverletzungen behandelt werden.

Die Attacke ereignete sich gegen 3 Uhr früh. Die Angreifer kamen laut Augenzeugen mit Benzinkanistern und setzten einen Schlafsaal sowie das Verwaltungsgebäude in Brand. "Wir haben alle geschlafen. Als ich aufgewacht bin, richtete jemand eine Waffe auf mich", berichtete ein 15-jähriger Schüler der Nachrichtenagentur Associated Press. Der Jugendliche wurde schwer verletzt - er verlor bei dem Überfall vier Finger.

Insgesamt waren zum Zeitpunkt des Angriffs mehr als 1.200 Kinder im Internat. Viele flohen in Panik in den nahe gelegenen Urwald. Noch ist nicht klar, wer hinter der Tat steht. Die Region war zuletzt von blutigen Unruhen zwischen Christen und Muslimen erschüttert worden, Tausende Menschen sind ums Leben gekommen.

Schulen als Zielscheibe
Die Terrorgruppe Boko Haram wird für eine Vielzahl der Angriffe verantwortlich gemacht. Sie richtet sich gegen die Christen im Land, die knapp 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen und vor allem im Süden beheimatet sind. Die Islamisten lehnen westliche Erziehung strikt ab und nehmen daher regelmäßig Schulgebäude ins Visier.

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