Der aufwändig renovierte Dechanthof in Hallein öffnet seine Türen jetzt für neue Zielgruppen. Neben Krabbelkindern und Schüler sind das vor allem Frauen, die vor Gewalt geflohen sind. Drei Mitarbeiterinnen betreuen sie in 17 neu entstandenen Wohnungen.
Die Schließung des Frauenhauses Miriam 2021 hatte viel Kritik ausgelöst. In Hallein können jetzt im Dechanthof der Pfarre bis zu 17 Frauen einziehen, die von Gewalt betroffen sind. Sieben Frauen sind bereits angemeldet.
Betreiber dieses „Safe Home“ ist die Caritas Salzburg. Das Land Salzburg zahlt mit. Für heuer sind 100.000 Euro im Frauenressort vorgesehen. Auf die Notwendigkeit solcher Einrichtungen ging die Caritas am Dienstag bei einem Pressetermin ein. „Es ist alarmierend. Im Vorjahr gab es in Österreich 27 Femizide und 39 Fälle von schwerer Gewalt an Frauen“, schilderte Direktorin Andrea Schmid.
Drei geschulte Mitarbeiterinnen vor Ort
Im aufwendig renovierten Dechanthof können Frauen und ihre Kinder in 30-Quadratmeter großen Wohnungen zur Ruhe kommen. Sie werden von geschulten Mitarbeiterinnen auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. Im Safe Home in der Stadt Salzburg leben derzeit 30 Frauen mit 22 Kindern. Seit der Zerschlagung der Frauenhaus-Strukturen durch das Land haben die Vereine Viele und Jugend am Werk über das Bundesland verteilt außerdem betreute Schutzunterkünfte für Gewaltopfer geschaffen.
Krabbelgruppe, Lerncafé finden ebenfalls Platz
Neu im historischen Gemäuer des Dechanthofs sind auch eine Krabbelgruppe, die noch Kinder aufnimmt, und ein Lerncafé für benachteiligte Kinder. Dafür werden Ehrenamtliche gesucht, die mit den Schülern lernen und sie bei Hausaufgaben betreuen.
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