Einheit gestrichen

Koller steigt auf die Erwartungs- und Trainingsbremse

Sport
05.06.2013 13:57
Teamchef Marcel Koller hat es am Mittwoch ein wenig ruhiger angehen lassen. Die für den Vormittag geplante Einheit wurde gestrichen, die ÖFB-Kicker konnten bis zum Nachmittagstraining (17 Uhr) ausschlafen und ein wenig abschalten. "Der Zeitpunkt war da, um die Köpfe der Spieler nach einer langen Saison ein wenig freizubekommen. Jetzt gilt es, die Fokussierung, die Lockerheit und die Lust aufs Spiel zu fördern", betonte Koller zwei Tage vor dem WM-Qualifikations-Match gegen Schweden.

Der Schweizer setzte diese Maßnahme aufgrund seiner Trainingsbeobachtungen. "Wenn man das Gefühl hat, dass die Konzentration ein bisschen nachlässt, dass ungewohnte technische Fehler passieren, dass mehr Bälle als sonst wegspringen, dann sollte man ein bisschen bremsen und nachgeben", meinte Koller. Das Videostudium hatte Österreichs Nationalteam bereits am Dienstag abgeschlossen: Koller hatte zehn Partien der Schweden, die am Donnerstag um 17 Uhr in Wien landen, studiert und die wichtigsten Passagen daraus führte er den Spielern vor. "Wir haben besprochen, wie sie spielen und wie wir spielen könnten."

"Nicht in der Situation, überheblich sein zu können"
Dass die Öffentlichkeit hohe Erwartungen ans aktuelle heimische Nationalteam hat, freut Koller, der 52-Jährige aus Zürich bremste diese aber ein wenig. Leichter Favorit bei den Buchmachern zu sein und Spaß beim Training zu haben, das reiche noch lange nicht, um gegen die Skandinavier zu bestehen. "Wir sind sicher nicht in der Situation, dass wir überheblich sein können", stellte Koller klar.

"Wir spüren aber natürlich auch, dass eine positive Energie da ist. Und ich spüre die Spielfreude in dieser Mannschaft. Aber wir sind gegen Schweden nicht der Favorit, die Schweden werden allgemein als Nummer zwei in unserer Gruppe eingestuft. Aber wenn sich uns eine Möglichkeit bietet, dann wollen wir drüberfahren und sie besiegen", sagte der angeblich vom 1. FC Köln umworbene Coach.

"Schweden ist nicht Ibrahimovic"
Von der weitverbreiteten öffentlichen Meinung, dass Österreich am Freitag vor allem auf einen Mann, nämlich auf Zlatan Ibrahimovic, trifft, distanzierte sich Koller. "Schweden ist nicht Ibrahimovic, das habe ich stets betont. Er ist Spitzenklasse, aber es sind auch viele andere da, die Tore schießen können." Ein Blick auf die jüngsten schwedischen Länderspiele gibt ihm Recht, im Jahr 2013 ist Ibrahimovic noch ohne Länderspieltor.

Genau die gleiche Ansicht hat Koller auch beim heimischen öffentlichen Fokus auf Marko Arnautovic. "Bei uns ist nicht alles Arnautovic. Wir haben viele gute Spieler, Arnautovic ist einer von ihnen. Er ist gut drauf, so wie alle anderen auch", meinte Koller auf die Frage eines schwedischen Reporters nach Österreichs Pendant zu Ibrahimovic.

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