Die fünffache Olympiasiegerin Agnes Keleti ist im Alter von 103 Jahren verstorben. Das berichtete das Sport-Portal „nemzetisport.hu“ unter Berufung auf die Familie der Verstorbenen. Die ungarische Turn-Legende überlebte den Holocaust und war die älteste noch lebende Olympiasiegerin.
Keleti gewann bei den Olympischen Spielen in Helsinki (1952) eine und in Melbourne (1956) vier Goldmedaillen im Turnen. Bis zu ihrem Tod war sie die älteste lebende Olympiasiegerin der Welt.
Keleti kam als Agnes Klein in Budapest als Kind einer jüdischen Familie zur Welt. Ihre aufstrebende Laufbahn als Turnerin endete zunächst wegen der Juden diskriminierenden Gesetze des damaligen Ungarn, das mit Nazi-Deutschland verbündet war. Den ungarischen Holocaust überlebte sie mit falschen Papieren als Dienstmädchen in der ungarischen Provinz.
Nach 1945 startete sie erneut ihre sportliche Karriere. Als vierfache Olympiasiegerin in Melbourne hatte sie mit 35 Jahren bereits ein ungewöhnliches Alter für eine Spitzenturnerin erreicht. Die Olympischen Spiele fanden unmittelbar nach der blutigen Niederschlagung der antikommunistischen ungarischen Revolution von 1956 durch sowjetische Truppen statt.
Keleti entschied sich, nicht in ihre weiterhin kommunistische Heimat zurückzukehren und blieb vorerst in Australien. 1957 wanderte sie nach Israel aus. Dort avancierte sie zur Pionierin des Kunstturnens, rekrutierte zukünftige olympische Turnerinnen, unterrichtete und führte die Nationalmannschaft an.
Spagat mit 95 Jahren
Ende der 90er-Jahre kehrte Keleti wieder nach Budapest zurück und blieb bis ins hohe Alter aktiv, wie ihr Spagat mit 95 im Bild oben zeigt. „Sport muss immer ein integraler Bestandteil des Lebens sein, wenn man lange leben will“, sagte sie einst. Keleti war bis zu ihrem Tod die älteste lebende Olympiasiegerin der Welt.
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