Dem Ärzteteam im AKH gelang eine Sensations-OP bei einem zweijährigen Kärntner: Doktor Andreas Zuckermann und sein Team führten erstmals in Österreich eine Transplantation „gegen die Blutgruppe“ durch, basierend auf einer in Kanada entwickelten Methode. Der Kleine ist wohlauf und quietschvergnügt.
„Unser kleiner Patient litt an einer Herzerkrankung, die von Tag zu Tag immer mehr sein noch junges Leben bedrohte. Die einzige Therapiemöglichkeit war eine Transplantation“, schildert Andreas Zuckermann, der ebenso einfühlsame wie erfahrene oberste Transplanteur am AKH.
Sensations-OP mit seltener Blutgruppe
Doch noch vor dem lebensrettenden Eingriff ergaben sich erste medizinische Hindernisse. Denn leider wies der zweijährige Alessandro aus Villach (Kärnten) die seltene Blutgruppe 0 auf, womit er eigentlich nur ein Spenderorgan dieser Blutgruppe bekommen durfte.
Damit musste das Baby auf die Warteliste gesetzt werden. Nicht nur für die junge Mama Sabine G. begann ein quälend langes Warten – insgesamt dauerte es etwa 400 Tage, bis Hoffnung durchschimmerte. Doch dann der alles entscheidende Augenblick des Schicksals. Denn jetzt wagte das herzchirurgische Team, das sich fünf Jahre auf diese neue Technologie vorbereitet hatte, einen in Österreich noch nie dagewesenen, sensationellen Eingriff, bei dem Herzen von Kindern „gegen die Blutgruppe“ – so der ärztliche Fachausdruck – transplantiert werden können.
Seit März haben wir die offizielle Erlaubnis von Eurotransplant, diese spezielle Art des Spenderorgan-Eingriffs durchführen zu dürfen.

Dr. Daniel Zimpfer Leiter der AKH-Universitätsklinik für Herzchirurgie
Bild: Med Uni Wien
Komplexe Methode stammt aus Kanada
„Ich habe diesen speziellen Eingriff in Kanada bei der Erfinderin dieser Methode, Professorin Lori West und im weltberühmten Great Ormond St. Hospital in London gelernt und diese Methodik mit meinen ebenso dort geschulten Kollegen, Professorin Nina Worel von der Transfusionsmedizin sowie Kardiotechniker Johann Horvat nach Wien gebracht“, so Zuckermann im „Krone“-Gespräch.
Zugutekam dem neu an der Station wirkenden Kinderherzchirurgen Peter Murin, dass Babys noch nicht so immunologisch aggressiv gegen andere Blutgruppen reagieren: „Wir setzten aber auch einen speziellen Filter ein, der diese Antikörper zu entfernen vermag.“
Die jetzt betreuenden Ärztinnen Sabine Greil und Michel-Behnke sind vom Heilungsverlauf jedenfalls begeistert. Ebenso wie vom Lächeln des kleinen Patienten.
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