Cup-Viertelfinale

Rapid blamiert sich gegen Pasching, “Bullen” problemlos

Sport
16.04.2013 22:41
Uninspiriert, fehlerhaft, müde, zweikampfschwach – die Liste an Adjektiven, die das Auftreten des SK Rapid im Viertelfinale des ÖFB-Cups beschreiben können, ist lang und ausschließlich negativ behaftet. Die Wiener präsentierten sich am Dienstag gegen Pasching erschreckend schwach und mussten am Ende mit der 0:1-Niederlage sogar noch zufrieden sein: Denn allein in Spielhälfte eins vergaben die Gäste zahlreiche Hochkaräter, einzig Goalie Jan Novota hielt die Grün-Weißen lange in der Partie. Im zweiten Viertelfinale des Abends schlug Salzburg Innsbruck am Tivoli klar mit 3:0.

Der nach dem 2:0 gegen Wiener Neustadt aufgekeimte Optimismus bei Rapid wurde bereits drei Tage später wieder weggeblasen und wich einer Krisenstimmung, die schon demnächst ihr erstes Opfer fordern könnte: Ob der schwer angezählte Trainer Peter Schöttel am Sonntag im Derby noch auf der Bank sitzt, scheint angesichts des desaströsen Auftritts äußerst fraglich. Von der ersten Minute an leisteten sich die Grün-Weißen unerklärliche Fehlpässe und Stellungsfehler, präsentierten sich in der Offensive völlig harmlos und in der Defensive gegen den Drittligisten komplett überfordert.

Rapid von Start weg defensiv und offensiv schwach
Bereits in der 3. Minute brannte es erstmals im Rapid-Strafraum, als Terrence Boyd den Ball an den Unterarm bekam – Schiri Kollegger pfiff aber keinen Elfer. Doch kaum hatten sich die Gemüter beruhigt, musste Novota eingreifen, als er einen Schuss von Davorin Kablar zur Ecke entschärfte (5.). Bei weiteren Schüssen von Ivan Kovacec (17.,), Philipp Schobesberger (22.) und Daniel Sobkova (25.) zeigte Novota im Anschluss, dass er nicht unverdient seit Kurzem die neue Nummer eins bei Rapid ist. Bei einem Versuch von Kovacec in der 37. Minute half ihm auch die Torstange.

Nacho Casanova stürzt Rapid ins Tal der Tränen
Daher dauerte es bis zur 61. Minute, ehe Ex-Ried-Kicker Nacho Casanova die Paschinger in Führung brachte – zu einem Zeitpunkt, als Rapid das Spiel unter Kontrolle gebracht zu haben schien. Gleich nach dem Tor hatten die Gäste mehrere Chancen aufs 2:0, doch wie bereits in der ersten Spielhälfte verstanden sie es nicht, sie zu verwerten. Rapid fing sich zwar schließlich und entwickelte in der letzten Viertelstunde so etwas Ähnliches wie ein Offensivspiel, doch große Chancen schauten dabei nicht mehr heraus.

Die Zuschauer ließen nach dem Schlusspfiff ihrem Unmut mit einem gellenden Pfeifkonzert freien Lauf, davor waren von den 3.450 Zuschauern zumeist nur die rund 100 Pasching-Schlachtenbummler zu hören gewesen.

Salzburger stolpern am Tivoli nicht und siegen klar 3:0
Red Bull Salzburg präsentierte sich bedeutend stärker und kam einer erfolgreichen Titelverteidigung im Cup um einen Schritt näher. Die Salzburger setzten sich bei Wacker Innsbruck glanzlos, aber verdient mit 3:0 durch (Bild 2). Jonathan Soriano erzielte einen Doppelpack (44., 89.), Martin Svejnoha ein Eigentor (53.). Die Salzburger traten vor lediglich 1.512 Zuschauern fast in Bestbesetzung an. Wacker-Trainer Roland Kirchler verzichtete im Hinblick auf den Abstiegskampf in der Liga aber auf einige Stammspieler.

Salzburg diktierte das Spielgeschehen zwar bald, kam aber nur vereinzelt zu zwingenden Torszenen. Bereits nach 90 Sekunden traf Soriano die Außenstange. Eine Kopfball-Vorarbeit des Spaniers verpasste Havard Nielsen, der den gesperrten Sadio Mane ersetzte, um Schuhbreite (27.). Der Norweger revanchierte sich, indem er kurz vor der Pause einen langen Ball mit der Brust in den Lauf von Soriano legte, Goalie Markus Egger bändigte dessen Schuss nicht mehr.

Ilsanker und Soriano fixieren Erfolg in Innsbruck
Die Entscheidung folgte im Gegenzug zu einer Chance von Alexander Fröschl, als Svejnoha einen scharfen Stanglpass von Stefan Ilsanker im Rutschen ins eigene Tor lenkte. Anschließend verwalteten die Bullen ihre Führung, Torhüter Eddie Gustafsson war nie ernsthaft geprüft - auch nicht vom eingewechselten Roman Wallner, dessen zwei Versuche jeweils geblockt wurden (78.). Soriano hatte auf der Gegenseite erst eine gute Gelegenheit ausgelassen (77.), erzielte nach Teigl-Flanke per Kopf aber doch noch seinen zweiten Treffer.

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