28.03.2013 09:27 |

"Krone"-Interview

Sportminister Klug: "Ich bin gekommen, um zu bleiben"

"Ich bin gekommen, um zu bleiben", auch als Sportminister! Das stellt Gerald Klug im großen Interview mit "Krone"-Sportchef Robert Sommer fest. Warum der Hobbyläufer, der für den Vienna City Marathon trainiert, niemals von "Olympia-Touristen" sprechen würde, warum er im Hotel wohnt und wie sehr er sich über das 2:2 des ÖFB-Teams in Irland freute.

"Krone": Es ist ein guter Tag, um den neuen Sportminister zu treffen – ganz Fußball-Österreich freut sich über das heroische 2:2 in Irland.
Gerald Klug: Ich auch! Die erste Halbzeit habe ich im Büro gesehen, die zweite in meinem Hotelzimmer. Und natürlich gejubelt.

"Krone": Wie, bitte? Ein österreichisches Regierungsmitglied lebt in einem Hotel?
Klug: Das gilt für meine erste, kurze Amtsperiode. In der zweiten werde ich mich in Wien nach einer Wohnung umschauen.

"Krone": Das heißt also, Sie wollen, wenn die Wahlen in Ihrem Sinne enden, Minister bleiben? Auch für Sport? Es gibt ja Gerüchte, dass dieses Ressort nach der nächsten Wahl von der Verteidigung getrennt wird – einerseits soll wieder Norbert Darabos ran, andererseits bemüht sich auch die ÖVP um den Sport.
Klug: Ich bin gekommen, um zu bleiben, das gilt auch für den Sport! Kurzfristig, wahrscheinlich schon im Mai, werden wir im Nationalrat das neue Fördergesetz beschließen, langfristig möchte ich die Strukturen verändern: ideale Voraussetzungen für unsere Athleten, weg vom Gießkannensystem, hin zur Förderung der Besten – ich bekenne mich voll zum Leistungsprinzip: Ich werde alles tun, damit die Sommersportler bis Rio zusätzlich 20 Millionen Euro erhalten. Aber es muss auch mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und Kontrolle geben.

"Krone": Damit ein Debakel wie in London nicht mehr passiert – hätten Sie wie Ihr Vorgänger einen Teil unserer erfolglosen Teilnehmer auch als Olympia-Touristen bezeichnet?
Klug: Nein! Ich bin selbst Hobbysportler: Früher war ich in der steirischen Fußball-Gebietsliga tätig, jetzt bereite ich mich für den Staffelbewerb des Vienna City Marathons vor. Ich kenne im Kleinen die Entbehrungen der Topathleten, sie verzichten auf viel, etwa auf ein Privatleben, und wollen immer das Allerbeste.

"Krone": Schätzen Sie auch den Schwimmer Dinko Jukic, der ja im Dauerclinch mit dem Verband liegt?
Klug: Bei allem Respekt vor Topleistungen habe ich ein eingeschränktes Verständnis für gewisse Verhaltensweisen. Mein Vertragspartner ist der Schwimmverband, und mit dem bin ich laufend in Kontakt.

"Krone": Aber in einem hat Jukic schon recht: Die Trainingsbedingungen sind miserabel, das Wiener Stadthallenbad ist noch immer geschlossen.
Klug: Das ist mir ein Dorn im Auge. Daher wird es schon in meiner ersten Periode mit den Sportreferenten der Länder einen Sportstätten-Masterplan geben.

"Krone": Apropos Wien: Die Olympia-Volksbefragung war für viele eine Farce, für mich persönlich wurde der Sport sogar für politische Zwecke missbraucht. Was sagen Sie?
Klug: Ich schätze Bürgermeister Michael Häupl und werde ihm daher nicht über die Medien meine Meinung ausrichten. Das Ergebnis steht fest, und alle werden sich daran halten. Eine Chance für den Sport wäre es aber schon gewesen.

"Krone": Da ging's um Sommerspiele – was halten Sie überhaupt von Großereignissen in Österreich?
Klug: Sehr viel! Die Ski-WM in Schladming war beeindruckend, und ich kann mir auch Winterspiele in unserem Land sehr gut vorstellen.

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