Westwind. Das muss man erst einmal durchtaucht haben: ÖVP-Landeshauptmann Markus Wallner war vor zwei Jahren Opfer einer beinahe einzigartigen Sudel-Kampagne des mächtigen Ländle-Medienkonglomerates geworden. Das trieb ihn in einen langen Krankenstand, viele rechneten nicht mehr mit einer Rückkehr. Doch Wallner schüttelte den Schmutz, mit dem man ihn beworfen hatte, ab, kam zurück und stellte sich, zwei Wochen nachdem die ÖVP bei den Nationalratswahlen Rekordverluste erlitten hatte und bundesweit von der FPÖ überholt worden war, den Wählern in Vorarlberg. Und diese machten ihn – trotz Minus gegenüber den letzten Landtagswahlen in der Kurz-Ära – zum klaren Sieger. Die FPÖ verdoppelte zwar ihren Stimmanteil, blieb aber 10 Prozentpunkte hinter Wallners ÖVP. Was das für den Bund bedeutet? Wallner wird seine Stimme deutlicher erhebe – was auch gut sein wird. Schon gestern ließ er hören, dass bei der Regierungsbildung Tempo angesagt wäre, weil viel zu erledigen sei. Er sprach von Vorarlberg, meinte aber gewiss auch die Bildung einer Regierung im Bund. Die ÖVP fühlt nun im Bund wie auch in der Steiermark, wo sich ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler in sechs Wochen den Wählern stellen muss, Westwind. Dieser könnte freilich auch ein laues Lüfterl sein…
Ostwind.In Vorarlberg wird die ÖVP wohl mit den erstarkten Freiheitlichen regieren. Das muss deshalb kein Vorbild für Wien sein: Denn Ländle-FPÖ-Chef Bitschi ist kein Kickl. Und die Ländle-FPÖ ist nicht Erster.Die Grünen, lange Zeit Regierungspartner der ÖVP in Vorarlberg – sie haben sich von einstigen Höhen auch im Ländle verabschiedet. Und aus der Regierung wohl ebenso. Die Neos, in der Hoffnung auf große Erfolge, haben diese weder bei der Nationalratswahl, noch bei der Landtagswahl eingefahren. Sie bleiben der Umfragekaiser, bei dem der Wahlerfolg meist bescheiden ausfällt. Und die SPÖ? Was soll man sagen, wenn eine staatstragende Partei nicht einmal ihr einstelliges Ergebnis verteidigen kann. Man nennt das Desaster!Der Bablerische Ostwind hätte sie beinahe auf Platz 5 geblasen. Wie lange wird es dauern, bis es Babler selbst verbläst?
Kommen Sie gut durch den Montag!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.