Wie berichtet, war der 56-jährige ehemalige Straßenbahnfahrer in der Nacht auf den 10. Jänner 2012 in seinem Ehebett im Wiener Bezirk Favoriten getötet worden. Man hatte ihm einen massiven Gegenstand - vermutlich eine Axt, eine Hacke oder ein Beil - mindestens 18 Mal auf den Kopf, ins Gesicht und gegen den Hals geschlagen. Zudem wurde versucht, der Leiche die Unterschenkel abzutrennen. Danach wurde der Mann unter einer Matratze in Brand gesteckt. Nachbarn verständigten wegen der Rauchentwicklung gegen 23 Uhr die Feuerwehr, die dann den verstümmelten Toten entdeckte.
Die Frau des Ermordeten wurde in einer Entfernung von 3,9 Kilometern vom Tatort gegen 1 Uhr in der Früh mitten auf der Straße von einem Passanten aufgelesen. Sie trug lediglich einen Slip. Um den Hals hatte sie das Oberteil ihres rosa Pyjamas geschlungen. Sie wurde wegen Mordverdachts festgenommen.
Ehemann von maskierten Männern getötet?
Im Prozess wies die Angeklagte jegliche Schuld am Tod ihres Mannes von sich und erzählte eine andere Version der Tatnacht: Zwei unbekannte, mit Sturmhauben maskierte Männer wären in den Abendstunden des 10. Jänners in ihre Wohnung eingedrungen, hätten ihr die Kleider vom Leib gerissen und sie in Vergewaltigungsabsicht verschleppt, nachdem die Männer im Schlafzimmer ihren Ehemann getötet hatten.
Sie sei von den Unbekannten zu einem Pkw gebracht und in den Kofferraum gesperrt worden. Nach einer kurzen Fahrt habe man sie ins Fahrzeuginnere geholt und vergewaltigen wollen: "Sie wollten mit mir schlafen. Ich habe nicht zugestimmt. Als sie merkten, dass ich mit ihnen nichts haben wollte, haben sie mich aus dem Auto geworfen."
DNA-Spuren belasten Angeklagte
Staatsanwältin Andrea Kain schenkte der Angeklagten jedoch keinen Glauben. Es bestehe kein Zweifel, dass die Witwe ihren Ehemann gewaltsam getötet habe. Sie verwies darauf, dass nach dem Verbrechen am Tatort keine Spuren gefunden wurden, die darauf schließen lassen, dass sich zum Tatzeitpunkt neben dem Ehepaar auch andere Personen in der Wohnung aufgehalten hätten.
Gegen die Darstellung der Angeklagten spricht vor allem aber auch ein DNA-Gutachten: Am Pyjama und an der Innenseite ihres Slips wurden Blutspuren entdeckt, die eine DNA-Expertin dem erschlagenen Ehemann zuordnen konnte.
Außerdem hatte ein Nachbar der beiden ab 21 Uhr einen heftigen Streit des Paares gehört, der 45 Minuten dauerte und von lautem "Pumpern" und dem Fallen von Möbeln begleitet wurde. Der Zeuge betonte, er habe lediglich die Stimmen von Harald K. und dessen Frau vernommen.
Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Sarah K. droht bei einem Schuldspruch eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren oder lebenslange Haft.
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