Er, der selbst ernannte rote Messias, erweckte mit vielen Versprechungen die Hoffnung auf ein SPÖ-Comeback. Da existierte der Glaube, Nichtwähler zu mobilisieren. Zwar gewann Andreas Babler 54.000 Nichtwähler aus dem Jahr 2019. Gleichzeitig verabschiedeten sich 180.000 SPÖ-Wähler ins Nichtwähler-Lager.
Noch eine Hoffnung ging ins Leere: Babler könne auch FPÖ-Wähler ansprechen. Das habe er als Traiskirchner Bürgermeister bei Wahlen gezeigt, erklärte er bei seiner Inthronisierung. In ehemals roten Hochburgen im steirischen Mürztal landete die FPÖ auf Platz 1, und die SPÖ erzielte ein Minus. Einzige Ausnahme war die Bundeshauptstadt Wien – hier gab es ein Plus.
Trotz des schlechtesten Ergebnisses der SPÖ in der Zweiten Republik denkt Babler nicht an Rücktritt. Also passierte im SPÖ-Vorstand, was die „Krone“ vor zwei Monaten prognostizierte – damals aber theatralisch dementiert wurde.
Da man Babler trotz Misserfolg wegen der neuen Parteistatuten nicht zum Rücktritt zwingen kann, schickt der SPÖ-Vorstand Babler nun mit Betonpatscherln (aus dem Wienerischen übersetzt: mit einer Art Zwangsjacke) in die Sondierungsgespräche. Flankiert wird er von den SPÖ-Granden ÖGB-Chef Wolfgang Katzian und der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures. Keiner der Babler-Vertrauten wie etwa Julia Herr wurde ins Team nominiert. Die Mission von Bures & Co.: Bablers Träumereien im Zaum zu halten, damit die Zuckerl-Koalition nicht schon bei den Erstgesprächen scheitert.
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