Im Fall Pilnacek hat es eine Wendung gegeben: Karin Wurm, die Anzeige erstattet hatte, korrigierte ihre bisherigen Aussagen jetzt. Aufgrund dieser Anzeige wird seit April gegen zwei Polizisten wegen Amtsmissbrauchs ermittelt.
Wie „Die Presse“ am Sonntagabend online berichtete, gibt Wurm, eine Freundin von Pilnacek, inzwischen an, die Anzeigen nie gesehen zu haben. Es sei ein „Fehler“ gewesen, „sich auf Peter Pilz einzulassen“. Der Gründer der Liste Jetzt und Herausgeber von ZackZack hatte die Idee zur Anzeige. Er kontaktierte Wurm im Februar und traf sich mit ihr. Eingebracht hat die Anzeige dann Volker Sackmann, einer der Anwälte von Pilz.
Darin wird zwei Polizisten vorgeworfen, rechtswidrig persönliche Gegenstände von Christian Pilnacek kurz nach dessen Tod an sich genommen zu haben. Pilnacek kam im Oktober 2023 plötzlich ums Leben, seine Leiche wurde in einem Seitenarm der Donau entdeckt. Ein gerichtsmedizinisches Gutachten ergab, dass der 60-Jährige wohl Suizid begangen hatte. Wenige Stunden vor seinem Tod war er noch wegen einer alkoholisierten Geisterfahrt von der Polizei angehalten worden.
Es war ein Fehler, sich auf Peter Pilz einzulassen.
Karin Wurm
„Wollte, dass Licht in die Sache kommt“
„Weil ich wollte, dass Licht in die Sache kommt. Denn ich glaube nach wie vor nicht an einen Unfall oder Suizid“, sagte Wurm dazu, weshalb sie sich nach Pilnaceks Tod mit Pilz getroffen hatte. Sie habe „keinen Cent bekommen“ und sei nur „Mittel zum Zweck“ gewesen. Laut dem Bericht wurden die Gegenstände wie Pilnaceks Handy und Geldbörse von Wurms Mitbewohnerin ausgehändigt.
Die Ermittlungen gegen die beiden Polizisten wegen Amtsmissbrauchs haben bisher kaum etwas ergeben. Allerdings brachte eine Untersuchungskommission mit 60 Befragten zur Amtszeit von Pilnacek Auffälligkeiten: So wurden beispielsweise Belege für eine „Zwei-Klassen-Justiz“ zwischen 2010 und 2023 gefunden. Der Bericht ist auf der Webseite des Justizministeriums einsehbar.
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