

8500 Arbeitsstunden wurden nach dem Felssturz in Aggsbach bisher geleistet. Das Aufräumen gestaltet sich aber mehr als schwierig und gefährlich. Und um langfristig die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, muss dort viel getan werden. Ein Überblick über die Situation und was die Experten sagen.
Es war verheerend, als ein massiver Felssturz am 3. Juni auf der B 33, der Aggsteiner Straße bei Aggsbach-Dorf im Bezirk Melk niederging und die Straße verschüttete. Damals konnte man das Ausmaß der Steinlawine noch nicht abschätzen.
Bereits jetzt 8500 Arbeitsstunden
Nach mehr als 8500 Arbeitsstunden liegen jetzt das geologische Gutachten und der technische Bericht zur Planung der Schutzmaßnahmen vor. „Wir werden nicht auf Schnell-Schnell herumpfuschen und in zwei Jahren sitzen wir mit demselben Problem wieder hier“, betonte Landesvize Udo Landbauer, dass die Schutz- und Sicherungsmaßnahmen ein halbes Jahr dauern werden.
Schutzmaßnahmen werden abhängig von der Witterung aller Voraussicht nach ein halbes Jahr dauern. Die Sicherheit steht dabei an erster Stelle.

Udo Landbauer, FPÖ-Landesvize und Verkehrsreferent
Bild: Gerhard Pfeffer
Situation am Fels ist überaus labil
Das sei aber auch abhängig von der Witterung und dem Winter, der jetzt komme. Erst danach könne die Straße geräumt werden, für die Verkehrsfreigabe hoffe er auf den Sommer 2025. „Ich weiß, wie schlimm die Situation für die Menschen der Region ist. Besonders Tourismus und Gastronomie leiden“, so Landbauer, der vor Ort kein Leben riskieren will. Denn die Situation am Fels ist überaus labil – man müsse ganz oben mit den Arbeiten beginnen und sich dann nach unten hin vorarbeiten, um die Sicherheit der Arbeiter nicht zu gefährden.
Experte stellt massive Sicherungsarbeiten vor
Geologe Martin Müllegger, der auch das Gutachten erstellt hat, erklärt die schwierigen Arbeitsschritte. An der Spitze der Gesteinsformation sei es zudem so schmal, dass maximal zwei Teams der „Felspartie“ gleichzeitig arbeiten können.
Die Natur ist nur zu einem gewissen Grad beherrschbar. Weiteres Gestein kann sich hier jederzeit lockern, wenn wir hier zu aggressiv vorgehen.

Martin Müllegger, Geologe im Auftrag des Landes Niederösterreich
Bild: Gerhard Pfeffer
Unter anderem werden dort eine Felsvernetzung mit 1000 m2 Steinschlagschutz mit 120 sogenannten Steinnägeln gesetzt werden. Auch 20 spezielle Stab-Anker aus massivem Stahl müssen in zuvor zehn Meter tief gebohrte Löcher gesteckt und mit massiven Muttern befestigt werden.
Riesiger Steinblock muss dosiert gesprengt werden
Zudem muss ein loser Steinblock mit einem Volumen von 125 m3 „vorsichtig“ gesprengt werden, denn auch dieser würde langfristig eine Gefahr darstellen. Erst dann wird ein Schreitbagger eingesetzt, der aber auch durch Stahlseile und Seilwinden wegen der steilen Hanglage gesichert werden muss. Dieser wird dann mit der Räumung des losen Gesteins über der B 33 beginnen.


Der Grund für den Felssturz
Auch warum der Felssturz Anfang Juni passiert ist, kann Müllegger erklären. Denn Ende Mai habe es massiv mehr geregnet, als in den Vorjahren: „Dieses Wasser sickerte rasch ein, aber konnte nicht so schnell abfließen. Das erzeugte großen Druck, bis es zur Katastrophe kam.“ Straßenbaudirektor Josef Decker erklärte, dass man beim Projekt im Kostenrahmen von geschätzten 2,5 Millionen Euro liege.
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