Großes Aufräumen im Pinzgau: Die Feuerwehren waren in Kaprun und Zell am See im Dauereinsatz. Der Landesgeologe konnte bei zwei bedrohten Häusern in Thumersbach am Sonntag Entwarnung geben. Randvoll sind verschiedene Geschiebesperren. Baggerungsarbeiten laufen.
Weltuntergangsstimmung in Zell am See und Kaprun: Als sich Samstagabend der Himmel verdunkelte, befürchteten Bewohner schon Schlimmstes. Ein Appartementhaus am Kapruner Schaufelberg traf es in nur wenigen Tagen zum wiederholten Mal. Mehrere Lkw-Fuhren mit Geröll und Schlamm waren bereits wegtransportiert worden.
Jetzt geht die Arbeit von Neuem los. Die Schäden sind enorm. Das Haus bleibt bis mindestens Weihnachten geschlossen. Die Bewohner am Schaufelberg waren am Sonntag noch dazu aufgerufen, sich in den obersten Etagen ihrer Häuser aufzuhalten. „Wir warten die weitere Wetterentwicklung ab und entscheiden dann, ob eine neuerliche Straßensperre am Schaufelberg notwendig ist“, so Katastrophenreferent Manfred Höger.
Mehrere Muren waren im Gemeindegebiet von Kaprun abgegangen. Nach Gewittern am vergangenen Montag und Freitag standen Teile der Gemeinde zum dritten Mal unter Wasser. Auch für die Arbeiter der Wildbachverbauung war es ein anstrengender Sonntag: Bei den Geschiebesperren im Menggraben, die gerade ausgeräumt wurden, muss jetzt wieder gebaggert werden. Urlauber ließen sich am Tag danach nicht beeindrucken und kämpften sich mit Rädern über Geröll.
Feuerwehren in Kaprun und Zell am See gefordert
Die Feuerwehr Kaprun war in der Nacht und am Sonntag mit 36 Einsatzkräften im Dauereinsatz: „So etwas habe ich in meinen 16 Jahren bei der Feuerwehr noch nie erlebt“, meinte Bürgermeister Domenik David nach anstrengenden Aufräumarbeiten betroffen und bedankte sich für maximalen Zusammenhalt in der Bevölkerung.
Keine Gefahr mehr für bedrohte Häuser
Die Feuerwehr Zell am See hatte im gesamten Stadtgebiet 33 Einsatzpunkte. Schwerpunkt war Thumersbach, wo ein Bewohner im hinteren Teil seines Hauses von einer Mure überrascht worden war. Er wurde eingeklemmt, verletzt und in einer aufwändigen Aktion geborgen. Landesgeologe Gerald Valentin beurteilte noch am Sonntag die Lage in Thumersbach: Zwei am Erlberg bedrohte Häuser sind wieder bewohnbar. An der Landesstraße waren am Abend noch Arbeiten im Gange. In Schüttdorf verhinderten Rückhaltebecken schlimmere Schäden.
Sorgenvolle Blicke werden Richtung Himmel gerichtet. Die Hoffnung ist im Pinzgau groß, dass keine großen Regenmengen mehr nachkommen.
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