Leser fragen, Experten antworten zu den brennendsten gesundheitlichen Themen. Hermann K. (54): „Ich würde gerne wissen, ob das Krebsrisiko vererbbar ist. Denn in meiner Familie gab es schon mehrere Fälle von Brust-, Prostata- und Darmkrebs. Das macht mir Angst.“
Dr. Barbara Mooslechner F.E.B.S, Fachärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie: Die Tatsache, dass in Ihrer Familie Krebsfälle aufgetreten sind, bedeutet nicht automatisch, dass auch Sie eine solche Krankheit erleiden werden. Denn erbliche Veranlagung macht nur ca. 5% aller Tumore aus. Bei Verdacht auf eine erbliche Veranlagung kann man eine genetische Beratung oder Testung durchführen lassen. Wichtig zu wissen ist jedoch: Bei positivem Testergebnis besteht zwar ein wesentlich höheres Risiko, allerdings heißt das nicht, dass der Betroffene ein Karzinom bekommen wird.
Des Weiteren kann auch nicht vorausgesagt werden, an welcher Art man erkrankt, zu welchem Zeitpunkt oder ob man überhaupt betroffen sein wird. Umgekehrt besagt ein negativer Test lediglich, dass kein genetisches Risiko vorliegt. Im Laufe des Lebens kann aber dennoch eine Krebserkrankung entstehen. Umso wichtiger ist daher die Vorsorge, welche gerade beim Prostata-, Dickdarm- und Brustkrebs hierzulande gut etabliert ist.
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Männer sollten mit der Prostatakrebs-Vorsorge bereits ab dem 40. Lebensjahr beginnen, wenn deren Brüder und/oder Väter an einem Prostatatumor erkrankt sind oder waren. Denn dann hat man selbst ein doppelt so hohes Risiko, im Laufe seines Lebens daran zu leiden. Darmkrebs wiederum kann durch entsprechende Vorsorge in 9 von 10 Fällen verhindert werden. Daher beinhalten die neuen Richtlinien eine Vorsorgekoloskopie bereits ab dem 45. Lebensjahr.
Ist allerdings ein naher Verwandter, etwa ein Elternteil, an Darmkrebs erkrankt, sollten Sie die Darmspiegelung erstmals zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des/der Betroffenen bzw. spätestens mit 40 durchführen lassen. Die Mammografie als Brustkrebs-Screening ist Frauen ab dem 40. Geburtstag alle zwei Jahre anzuraten.
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