Syrer (37) vor Gericht

Versuchte Vergewaltigung: „Sie hat mir gefallen“

Wien
09.08.2024 17:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weil er versucht hat, zwei junge Frauen zu vergewaltigen, ist ein gebürtiger Syrer (37) am Freitag zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Eigenen Angaben nach war er extra zum Kennenlernen von Frauen nach Wien gekommen ...

Die Vorfälle ereigneten sich am 30. April und am 4. Mai 2024. Am 30. April gegen 22 Uhr verfolgte der Mann laut Anklage eine junge Ukrainerin zwischen der Wiener Stadthalle und dem Westbahnhof. Die 23-Jährige bemerkte das, wechselte mehrmals die Straßenseite. Plötzlich umfasste sie der Mann von hinten, forderte sie auf, still zu sein, und würgte sie.

Die Ukrainerin schrie um Hilfe und wehrte sich, „aber es ist davon auszugehen, dass es zu geschlechtlichen Handlungen gekommen wäre, wenn nicht ein paar Passanten mitbekommen hätten, was da vor sich geht und ihr zu Hilfe gekommen wären“, sagte die Staatsanwältin am Freitag vor Gericht.

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Es ist davon auszugehen, dass es zu geschlechtlichen Handlungen gekommen wäre, wenn nicht ein paar Passanten mitbekommen hätten, was da vor sich geht und ihr zu Hilfe gekommen wären.

Staatsanwältin

Angeklagter: Wollte sie kennenlernen
Der Angeklagte schilderte die Situation ganz anders. Er habe sie nur kennenlernen wollen und daher angesprochen. „Ich bin ledig und sie hat mir gefallen.“ Er habe ihre Telefonnummer haben wollen, sie hätte ihm diese vermutlich auch gegeben, „aber dann kamen die Jungs und es gab Probleme mit ihnen.“ Er habe einen Fehler gemacht, wandte er zumindest ein.

Das Opfer leidet seither an Panikattacken. Sie habe eigentlich in Wien studieren wollen, möchte nach dem erlebten Übergriff aber jetzt in ihre Heimat zurückkehren, sagte die 23-Jährige.

Fremde Frau geküsst
Der zweite Vorfall ereignete sich am 4. Mai gegen 11 Uhr am Busterminal des Wiener Hauptbahnhofs. Der Syrer sprach eine 23-jährige Touristin aus Norwegen an, die ihn ignorierte. Plötzlich brachte er sie zu Boden, legte sich auf sie und küsste sie. Auch an der Brust soll er sie berührt haben. Womit er wohl nicht gerechnet hatte: Das Opfer betreibt Kampfsport und wehrte sich erfolgreich.

Zu diesem Vorfall meinte er, dass ihm die Frau gefallen hätte. Auch sie habe er kennenlernen wollen, sich lediglich bei der Kommunikation schwergetan. „Ich spreche kein Norwegisch“, sagte er am Freitag vor Gericht. Sie habe die ganze Zeit seine Hand blockiert.

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Ich hatte keine Energie mehr, weil sie die ganze Zeit meine Hand blockiert hat.

Der Angeklagte vor Gericht

Noch weitere Opfer
Der Angeklagte hat laut Staatsanwältin versucht, etwa 30 ihm völlig fremde Frauen auf offener Straße zu küssen. Diese Anzeigen seien aber zurückgelegt worden. Reue zeigte der 37-Jährige vor dem Gericht nicht. Laut einem psychiatrischen Gutachten ist er „sehr gefährlich“, weitere Straftaten seien wahrscheinlich.

„Ich möchte nichts mehr hören davon“, meinte der Syrer, während ihm das Urteil übersetzt wurde – sechseinhalb Jahre Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Er kündigte eine Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. 

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