Nach der verheerenden Detonation in Wien-Ottakring versuchen Kriminalisten, die dunklen Hintergründe der Tat aufzuhellen.
Alles begann vergleichsweise harmlos: Zunächst waren einige Uniformierte an den späteren Tatort in der Klausgasse in Wien-Ottakring gefahren, weil Anrainer berichteten, dass ein Mann Gegenstände aus dem Fenster warf. Doch Minuten später schrillten bei der Polizei alle Alarmglocken. Die eintreffenden Beamten nahmen nämlich mehrere Schüsse wahr. Sofort wurde das gesamte Grätzel großräumig abgesperrt.
Verhandlungen waren vergebens
Im Sekundentakt trafen auch die Spezialeinheiten Cobra und WEGA am Tatort ein, Kräfte der Berufsrettung und der Feuerwehr bezogen ebenfalls Stellung – und zwar an der Ecke zur Thaliastraße. Verhandler versuchten über mehrere Stunden hinweg, durch die Wohnungstür den 47-jährigen Serben zur Aufgabe zu bewegen – vergeblich! Der Täter drehte sogar den Fernseher lauter.
Unser ganzes Wohnhaus hat plötzlich in der Nacht gebebt. Mich hat es durch die Wucht der Explosion buchstäblich vom Sessel gerissen.
Anrainer Georg M. (74) hatte eine ungemütliche Nacht.
Als im Inneren der Wohnung Stimmen möglicher weiterer Opfer zu vernehmen waren, erfolgte der Befehl zum Zugriff. Dabei kam es zu einer so heftigen Explosion, dass sogar Fenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite zerbarsten. Trotz der heftigen Detonation stürmte der Mann mit einem Gegenstand in der Hand – möglicherweise einem Messer oder einer Schreckschusspistole – auf die Polizisten zu.
Wir sind hier in der Thaliastraße alle sehr geschockt durch die dramatischen Ereignisse. Ich kannte den Toten vom Sehen.
Samer Zindaki (54) ist Inhaber eines benachbarten Fotostudios.
Polizisten griffen zu ihren Waffen
Diese machten zur Abwehr von ihren Schusswaffen Gebrauch. Der Täter brach tot zusammen. Ob er durch eine Kugel oder letztlich an den Folgen der (von ihm selbst ausgelösten?) Gasverpuffung starb, ist Gegenstand der Ermittlungen. Insgesamt 19 Personen wurden verletzt.
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