Russland ohne Gnade
Ehepaar muss wegen Servietten in Strafkolonie
Weil sie irgendwelche „Zettel“ mit angeblichen pro-ukrainischen Botschaften in Lebensmittelregale einer Supermarktkette gelegt haben sollen, müssen zwei Russen nun für mehrere Jahre im finsteren Gefängnis verbringen. Der Vorwurf lautet auf Terrorismus.
Der Juwelier Aleksandr D. und die Künstlerin Anastasija D. sollen „absichtlich auf Fischstäbchen, eine Packung Süßigkeiten und eine Matte zum Trocknen von Geschirr“ Botschaften mit Kriegs-kritischem Inhalt gelegt haben, heißt es in der Anklageschrift. Angeblich sei auch der Aufruf „Putin an den Galgen“ enthalten gewesen.
Das Paar sei vom gefürchteten Inlandsgeheimdienst FSB verhört worden, der für seine nicht gerade zimperlichen Methoden bekannt ist, schreibt die russische Nichtregierungsorganisation OVD-Info. Nun wurden die beiden zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt. Die Anwälte echauffieren sich über zahlreiche Verfahrensverstöße und Unstimmigkeiten in den Zeugenaussagen.
Das Leid von Sascha Skotschilenko
Der Fall erinnert an das Schicksal der Künstlerin Sascha Skotschilenko: Die junge Russin war im November zu sieben Jahren Strafkolonie verurteilt worden, nachdem sie Antikriegshinweise anstelle der Preisschilder auf Waren in einem Lebensmittelgeschäft angebracht hatte.
Für die 33-Jährige ist die Freiheitsstrafe besonders qualvoll. Sie leidet an Zöliakie, bekommt in Haft allerdings kein glutenfreies Essen. Pausenlos muss Skotschilenko nun unter schlimmen Qualen ihr Dasein fristen. Viele Ärzte fordern ihre umgehende Freilassung - doch bislang ohne Erfolg.









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