Nur wenige sehen Washington noch als guten Partner: Während das Vertrauen in die USA in der Alpenrepublik sinkt, steigt die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft.
Das Vertrauen der Österreicher in die USA unterscheide sich kaum von jenem, das Russland entgegengebracht wird, analysierte ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt die Ergebnisse der Umfrage. Sie wurde vom market-Institut vom 2. bis 5. März im Auftrag der ÖGfE durchgeführt.
28 Prozent der Österreicher plädieren demnach für den Austritt aus der Europäischen Union, acht Prozent sind sich in ihrem Urteil unsicher oder geben keine Antwort. Seit dem EU-Beitritt 1995 liegt die Zahl der Befürworter der österreichischen EU-Mitgliedschaft laut ÖGfE bei durchschnittlich 70 Prozent, die Zahl der Austrittsbefürworter bei 22 Prozent.
Polarisierung der Gesellschaft
„Das Ergebnis spiegelt die Polarisierung der Gesellschaft wider. Gleichzeitig gewinnt die Mitgliedschaft in der Union aber gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten an Wert und bietet Stabilität in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät,“ so Schmidt. Die Stimmungslage sei jedenfalls ein Auftrag, die Diskussion über Sinn und Mehrwert der europäischen Integration intensiver zu führen.
Für 69 Prozent der Österreicher sind die USA kein vertrauenswürdiger Partner – ein deutlicher Imageverlust Washingtons zum Jahr 2023, als nur 47 Prozent der Befragten sich negativ äußerten. Dass China einen vertrauenswürdigen Partner darstelle, sagen 20 Prozent. 59 Prozent äußern sich diesbezüglich skeptisch. 14 Prozent – und damit um sechs Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr – sehen Russland als Partner, dem Österreich vertrauen könne. 73 Prozent widersprechen diesem Befund, 13 Prozent äußern sich nicht zum Thema. EU-Austrittsbefürworter sehen laut ÖGfE Russland, aber auch die USA und China stärker als vertrauenswürdige Partner.
Stopp der Ukraine-Unterstützung bringt keinen Frieden
In der Frage, ob die Europäische Union die Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Angriff unterstützen soll, halten sich Befürwortung und Gegnerschaft die Waage. Insgesamt 43 Prozent betrachten dies als „sehr“ (22 Prozent) oder „eher wichtig“ (21 Prozent), 45 Prozent empfinden den Beistand der EU als „eher nicht“ (18 Prozent) oder „gar nicht wichtig“ (27 Prozent). Seit 2023 sei die Zahl jener, die die Unterstützung der Ukraine als nicht wichtig ansehen, um neun Prozentpunkte gestiegen. „Eine starke innenpolitische Opposition, die aktuelle Wirtschaftslage sowie fehlende Perspektiven und Initiativen für ein rasches Kriegsende sind Gründe dafür, dass die Hilfe für Kiew hinterfragt wird“, sagte Schmidt. Es wäre jedoch ein Trugschluss zu glauben, dass ein Stopp der Ukraine-Unterstützung dauerhaften Frieden bringen würde.
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