Anzug und Krawatte sitzen makellos; alles picobello. Nie ein lautes Wort, redegewandt, stets ein Lächeln auf den Lippen. Ein Talent. Privates hält er eher bedeckt.
Dieser Schwiegermuttertraum soll tatsächlich der Spitzenkandidat der radikalen Rechten und auch der nächste Premierminister Frankreichs sein? Und wie!
Um diesen Blitzaufsteiger Jordan Bardella (28) hat sich ein regelrechter „Bardellamania“-Kult entwickelt: 500.000 Follower auf X, vormals Twitter.
Der neue Stern am politischen Himmel Frankreichs ist der Wahlkampf-Coup der Grande Dame des französischen Rechtsextremismus, Marine Le Pen. Ihre Strategie der sogenannten „Entteufelung“ des rechtsrechten Lagers hat voll eingeschlagen. Denn Stimmen sind in der Mitte zu holen. Das wusste schon Italiens Giorgia Meloni.
Jordan Bardella mit italienisch-algerischen Wurzeln stammt aus den Hotspots der Gesellschaftskrise, den Vorstadtghettos von Paris. Die Antwort des 16-jährigen Jungpolitikers und Studienabbrechers auf die Gewaltkultur war die Hinwendung zu bürgerlichen Ordnungsprinzipien.
Im Vergleich zu dem 28-jährigen Aufsteiger wirkt der 46-jährige Absteiger Emmauel Macron plötzlich sehr alt. Marine Le Pen (56) hält sich für das Präsidentenamt 2027 bereit.
Mit Bardella hat Marine Le Pen treffsicher den derzeitigen gesellschaftlichen Trend getroffen. Das ist die perfekte Machterschleichung.
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