Ein Beben ging durch das Linzer Musiktheater: 1200 Besucherinnen und Besucher bejubelten die litauische Sopranistin Asmik Grigorian, die in der beliebten Klassik-Reihe „Great Voices“ einen fulminanten Saisonabschluss bescherte. Der Weltstar brillierte mit starker Stimme und Emotionalität – zwei Zugaben.
Die Reihe „Great Voices“ mit großen Klassik-Stimmen im Linzer Musiktheater fand mit der beeindruckenden Asmik Grigorian zu einem Höhepunkt. Als Dirigent stand dem Brucknerorchester Takeshi Moriuchi vor, der das grandiose Galakonzert sehr kraftvoll, präzise und umsichtig leitete.
Mit dabei waren blutjunge Opernstudiosi: Zusana Petrasová (Mezzosopran), Martin Enger Holm (Tenor) und Christoph Gerhardus (Bariton). Eine nette Geste des Weltstars mit Lernenden aufzutreten. Da entwickelt sich noch die Fähigkeit zur Koloratur im Sopran, da wächst das Volumen im Tenor und dort und da gibt es noch Aufholbedarf in Agogik und Intonation.
Was macht den Abend so unvergesslich?
Grigorian brillierte freilich in allen Werken von Dvořák, Prokofjew, Tschaikowsky und Puccini. Woran liegt es? Ist es ihre Wandlungsfähigkeit, ihre starke Emotionalität, die Werke begreifen lässt, ohne dass man ein Wort der fremden Sprache versteht? Liegt es an ihrem dramatischen Talent oder doch an der unvergleichlich schönen Stimme mit dem klaren dunklen, wilden Timbre?
All das, gepaart mit Leichtigkeit und Demut, lässt die Sängerin authentisch Resonanz und Anklang finden. Allein die Eröffnungsarie der Rusalka („Mond, der du am tiefen Himmel stehst“) habe ich in Linz von Erica Eloff noch überzeugender gehört.
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