
Wer nur 26 Buchstaben, Satzzeichen und zehn arabische Ziffern kennt, kann leicht eine Computertastatur damit „befüllen“. Aber was machen eigentlich Menschen, deren Sprache nicht so einfach gestrickt ist, beispielsweise die Chinesen mit ihren Tausenden Schriftzeichen? Etwas andere Tastaturen ...
Alles begann mit einem Vortrag des Historikers Arnold J. Toynbee an der Washington and Lee University in Virginia in den Sechzigern: Im Publikum der Vorlesung über eine „sich verändernde Welt im Licht der Geschichte“ saß ein junger chinesischsprachiger Kadett aus Taiwan, Chan-hui Yeh. Als Toynbee am Beispiel Chinas den Aufstieg großer Zivilisationen diskutierte und Chinas komplizierte Schrift als identitätsstiftendes Element ins Spiel brachte, hatte Yeh eine Offenbarung: Die Digitalisierung könne China für immer zerstören, wenn kein Weg gefunden würde, mit der aufstrebenden neuen Technologie des Computers auf Chinesisch zu interagieren. Das Problem ging Yeh nicht mehr aus dem Kopf – und Jahre später gründete er die erste erfolgreiche chinesische Computerfirma Ideographix. Der Auftakt einer erstaunlichen Reise, auf der Chinas IT-Welt mit monströsen vergessenen Eingabegeräten versuchte, ihre Sprache digital urbar zu machen – nur, um am Ende doch wieder bei der „West-Tastatur“ zu landen ...
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