Sicherheitssprecher:

„Meine Frau traut sich wieder auf ein Eis gehen“

Wien
12.06.2024 16:00

Vor einem Jahr haben wir Christian Hursky, SPÖ-Sicherheitssprecher der Stadt, am Keplerplatz getroffen. Am damaligen Problemhotspot. Mittlerweile hat sich dieser um eine U-Bahn-Station verlagert. Diesmal treffen wir uns am Reumannplatz vor dem Eissalon Tichy.  

„Krone“: Was haben Sie für ein Gefühl an diesem Ort?
Christian Hursky: Ein gutes, ich freue mich über die schöne Umgestaltung des Platzes.

Wenn da nicht die beinahe täglichen Messerattacken und Gewaltszenen wären.
Das hat sich aber stark gebessert. Die Waffenverbotszone und die verstärkte Polizeipräsenz spürt man bereits. Es sind übrigens auch viele in Zivil unterwegs.

Und trotzdem berichten wir laufend über Vorfälle, erst vorige Woche wieder über eine Messerattacke in einem nahe gelegenen Park.
Jeder Vorfall ist einer zu viel. Aber man muss dem Ganzen auch Zeit geben. Der Praterstern ist das beste Beispiel. Dort wurde 2019 eine Waffenverbotszone eingerichtet und heute ist der Platz sicher.

Die Polizei zeigt am Reumannplatz Präsenz – hoffentlich noch länger. (Bild: Heinz Stephan Tesarek)
Die Polizei zeigt am Reumannplatz Präsenz – hoffentlich noch länger.

Wir haben am Reumannplatz eine junge Frau getroffen, die meinte, dass sie sich durch die Anwesenheit der Polizei sicher fühlt, und hofft, dass die Beamten bleiben. Ist das so?
Die Stadt wird jedenfalls darauf pochen. Fakt ist: Wir haben einen großen Fachkräftebedarf. Der Rekrutierungsprozess läuft zwar gut, gleichzeitig gehen aber viele in Pension. Garantieren kann ich nicht, dass immer so viel Polizei vor Ort sein wird.

Den Ruf nach mehr Polizei in Favoriten ist nicht neu – musste erst etwas passieren, damit reagiert wird?
Innenminister Gerhard Karner ist der erste – und ich habe in meiner Laufbahn sieben Minister erlebt –, der sich für die Probleme in Wien interessiert und ernst nimmt. Zum Dank habe ich ihn zum Tichy eingeladen. Ohne Polizeischutz.

Hursky im Gespräch mit Redakteurin Kathi Mötzl  (Bild: Jöchl Martin/Martin Jöchl)
Hursky im Gespräch mit Redakteurin Kathi Mötzl 

Sie haben beim Interview voriges Jahr erzählt, dass sich Ihre Frau nicht trauen würde, durch den Keplerpark zu gehen. Würde sie sich jetzt abends alleine auf dem Reumannplatz wohlfühlen?
Ja. Dank der Polizeipräsenz traut sich meine Frau wieder auf ein Eis.

Eine 14-Jährige hat der „Krone“ erzählt, sie habe „immer Angst am Heimweg“, können Sie das verstehen?
Ja, kann ich, aber ich frage mich, was eine 14-Jährige so spät draußen verloren hat. Außerdem ist die häusliche Gewalt noch immer das größere Problem. Wobei auch jene in der Öffentlichkeit zunimmt. Hier tun sich immer mehr junge Straftäter hervor, hier braucht es härtere Maßnahmen.

Etwa eine Herabsetzung der Strafmündigkeit?
Nein, ich will keine Kinder hinter Gittern sehen. Aber die Eltern müssen härter zur Rechenschaft gezogen werden.

Wie oft sind Sie beim Tichy?
Im Sommer zweimal die Woche. Ich bin generell viel in der Gegend unterwegs. Als Lokalpolitiker muss man rausgehen.

Leben Sie gerne in Favoriten?
Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.

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