Der Krieg geht in den achten Monat; höchste Zeit, die aktuelle Lage zu entwirren und neu einzuordnen: Geht es nach Netanyahu, kann der Krieg nicht lang genug dauern, nicht nur aus persönlichen Gründen. Das langsame Vorgehen soll auch die Verluste der Armee gering halten.
Netanyahu ist ein begnadeter Jongleur der Macht und ringt an vier Fronten: Gaza, Biden, Koalitionsfaschisten, Opposition. Er hatte sich zwei Ziele gesetzt: Zerstörung der Infrastruktur der Hamas, also keine Raketen mehr, und Befreiung der Geiseln.
Militärischer Druck sollte die Freilassung der Geiseln erzwingen. Das klingt nach Quadratur des Kreises. Die Angehörigen der Geiseln werfen Netanyahu deshalb zynische Täuschungsmanöver vor.
Und die Hamas? Die ist entschlossen, bis zum letzten Palästinenser zu kämpfen. Internationale Solidarität stärkt ihr den Rücken, aber das Rückgrat ist ihr doch gebrochen.
Der Krieg neigt sich langsam dem Ende zu, und für Netanyahu kommt die Stunde der Wahrheit. Er wird es niemandem recht machen können; daher Neuwahl, neue Regierung.
Die Rest-Hamas wird Nachwuchs finden. Es wird auch künftig Raketen aus Gaza geben. Israel kann damit leben. Das wissen auch die Verantwortlichen.
Nach dem Krieg folgt der nächste Albtraum:Versorgung und Wiederaufbau des Gazastreifens. Das geschieht zulasten von Dritten, darunter die EU, der Zahlmeister für alles.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.