07.11.2012 16:17 |

Spannung pur

Ben Affleck fesselt mit Spionagethriller "Argo"

Manchmal könnte man meinen, Steven Spielberg sei hier am Regiestuhl gesessen: Ben Affleck erzählt in "Argo" die Geschichte eines unauffälligen Mannes, der in einer außerordentlichen Situation über sich hinauswächst - alles im Stile der 1970er und so spannungsgeladen, dass man immer wieder den Atem anhält.

Die Story selbst ist kaum zu glauben, basiert aber auf Tatsachen - was Affleck gleich zu Beginn durch zahlreiches Archivmaterial und eine erklärende Off-Stimme untermauert. Diese führt in den zeitgeschichtlichen Rahmen ein, verurteilt die amerikanisch-britische Intervention 1953 gegen den demokratisch gewählten Präsidenten des Iran, Mohammed Mossadegh, und beschreibt die elende Lage der iranischen Bevölkerung unter dem von den USA geschützten Schah. Als dieser im Zuge der Revolution 1979 gestürzt wird, entlädt sich der Zorn in Teheran nicht zuletzt an den Amerikanern im Land.

Die Geschichte wird Sicht der CIA und der sechs Diplomaten erzählt, die einer Geiselnahme durch militante iranische Studenten in der US-Botschaft entkommen und sich in der kanadischen Botschaft verschanzen. Da sie auch dort in Lebensgefahr schweben, stellt der CIA-Befreiungsspezialist Tony Mendez (Affleck) einen riskanten Plan auf, um seine Landsleute nach Hause zu bringen.

Sein Team will Dreharbeiten für einen fiktiven Film inszenieren und die versteckten Botschaftsmitarbeiter als Mitglieder der Filmcrew ausgeben. Im Rahmen des Produktionstrubels um den fiktiven Film "Argo" sollen die Geiseln unauffällig aus dem Land geschafft werden, ohne dass die iranische Regierung Verdacht schöpft. Als Mendez' Helfer in Hollywood agieren der Make-up-Meister John Chambers (John Goodman) und der Trashfilm-Produzent Lester Siegel (Alan Arkin), gemeinsam täuschen sie die Drehvorbereitungen für das absurde Science-Fiction-Epos vor.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film:
Eine unglaubliche Story – und fraglos Afflecks beste Regiearbeit bislang. So ist sein mit satirischen Spitzen gegen Hollywood garnierter Film ein sicherer Oscar-Anwärter. Gekonnt mischt er Realaufnahmen mit Filmszenen (großartig: John Goodman und Alan Arkin!), um eine größtmögliche Authentizität – im Angesicht des Ayatollah Khomeini – zu erreichen. Ein intelligenter Politthriller, der zeigt, wie die Umwälzungen der späten 70er- und 80er-Jahre im Mittleren Osten die Lunte für einen Flächenbrand legten. Als Produzent fungierte George Clooney.

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