Di, 25. September 2018

Eher Tiefflieger

31.10.2012 01:01

Studie zeigt: Gänse bevorzugen Täler statt Gipfel

Streifengänse fliegen vermutlich doch nicht so immens hoch wie bisher gedacht. Wenn sie den Himalaya überqueren, fliegen sie nicht über die Berggipfel, sondern wenn möglich durch die Täler des Gebirgsmassivs, wie ein internationales Forscherteam nun herausgefunden hat.

Streifengänse fliegen im Herbst von ihren Brutgebieten in der Mongolei, dem Norden Chinas und dem Hochland von Tibet Richtung Süden zu ihren Winterquartieren in Indien. Einigen Berichten zufolge überfliegen die Vögel dabei das Himalaya-Gebirge in mehr als 8.000 Metern Höhe. Wissenschaftlich belegt ist das aber nicht.

So ein Flugverhalten wäre auch bemerkenswert, denn die Luft ist in dieser Höhe sehr dünn und das Fliegen aufgrund des geringeren Auftriebs sehr anstrengend. Der Sauerstoffbedarf steigt - bei gleichzeitig geringerer Sauerstoffverfügbarkeit in der Höhe.

Tiere fliegen zumeist unterhalb von 5.500 Metern
Die Forscher um Lucy Hawkes von der britischen Universität von Bangor statteten nun 91 Gänse mit einem GPS-Sender aus, um die Flugrouten zu erforschen. Bei 38 Tieren lieferten die Sender kontinuierlich Daten. Alle ein bis zwei Stunden erfassten sie die Position der Vögel. Die Auswertung zeigte, dass die Gänse fast immer unterhalb von 5.489 Metern flogen. Nur selten flogen die Tiere höher, berichten die Forscher: So erreichten einzelne Gänse eine Höhe von 7.290 Metern in Richtung Süden und 6.540 Metern in Richtung Norden.

Die vorherrschenden Winde scheinen die Vögel bei der Berechnung ihrer Flugrouten nicht zu berücksichtigen, schreiben die Forscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Sie schränken aber ein, dass die Auflösung ihrer meteorologischen Daten für eine abschließende Beurteilung dieser Frage nicht hoch genug sei.

Erzählungen wissenschaftlich nicht haltbar
Dafür haben die Wissenschafter aber eine mögliche Begründung für die bisherigen Berichte über die außergewöhnliche Flughöhe der Gänse: Die Höhenluft habe wohl die Urteilsfähigkeit der menschlichen Beobachter eingeschränkt. Persönliche Erzählungen seien zum Teil sehr spekulativ und wissenschaftlich nicht haltbar.

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