Fr, 19. Oktober 2018

Erst ein Punkt, aber:

15.10.2012 21:48

Teamchef Marcel Koller ist "immer noch relaxt"

Marcel Koller ist entweder ein oscarverdächtiger Schauspieler oder ein beneidenswerter Meister in Sachen Burn-out-Prävention. Nicht einmal der Umstand, dass das ÖFB-Team nach zwei Quali-Spielen mit nur einem "Körndl" dasteht, vermag den pfiffigen Schweizer aus der Contenance zu bringen. Selbst im Heimspiel gegen Kasachstan am Dienstag sind für den "immer noch relaxten" Teamchef drei Punkte nicht Pflicht. Aus einem einfachen Grund: "Danach gibt's immer noch sieben Partien."

Teamchef Koller ist zum Scherzen zumute. Bei der Abschlusspressekonferenz am Montag, zu der er ohne Angabe von Gründen mit fast 25-minütiger Verspätung erschien, schnappte er sich kurzerhand das opulente Arbeitsgerät eines vollbärtigen Fotografen und knipste in die verdutzte Journalistenmeute. "Für Facebook", schmunzelte er spitzbübisch.

Koller: "Noch immer sieben Partien"
Besonderen Druck wollte er einen Tag vor dem wegweisenden WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan im Wiener Happel-Stadion nicht verspüren. Aber sollten gegen die Nummer 147 der Welt nicht einmal daheim drei Punkte herausspringen, wäre die WM-Qualifikation doch praktisch dahin, merkte ein Journalist an. "Warum?", konterte Koller stoisch: "Dann gibt es immer noch sieben Spiele zu absolvieren."

Ob es denn überhaupt notwendig sei, so viele Worte über einen Fußball-Zwerg wie Kasachstan zu verlieren, wollte ein anderer Vertreter der schreibenden Zunft wissen. Immerhin sei er, Koller, doch schon so lange im Fußballgeschäft aktiv. "Und genau deswegen weiß ich, dass immer etwas passieren kann", so Kollers nonchalante Replik. Er versuche, sich nicht von außen beeinflussen zu lassen, versicherte der 51-jährige Schweizer: "Ich konzentriere mich einzig und allein auf das Spiel."

Auch seine Spieler seien mit dem mageren 0:0 in Astana am vergangenen Freitag alles andere als zufrieden gewesen. "Wir müssen auf jeden Fall zulegen", konstatierte Koller. "Ein paar Sachen" seien an der taktischen Anlage zu ändern, "aber nichts Wesentliches". Ob der extra einberufene David Alaba von Beginn an spielen werde, verriet Koller erwartungsgemäß nicht. Ob mit oder ohne Alaba - "die Wahrheit liegt auf dem Platz. Und alles andere ist bla bla".

Kasachstan-Coach mit großem Respekt
Großen Respekt vor der ÖFB-Auswahl zeigte dann Kasachstans Teamchef Miroslav Beranek bei einem Pressegespräch am Montagabend. "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Österreich viel stärker als Irland ist", erklärte der Tscheche, der mit der Nummer 147 der Weltrangliste vor einem Monat gegen die Iren eine 1:2-Heimniederlage kassierte.

Beranek rechnet mit von Beginn an stürmenden Gastgebern. "Wir sind darauf vorbereitet, dass die Österreicher aggressiv beginnen werden. Wir werden versuchen, mit ihrem Tempo mitzuhalten." Generell sieht der frühere Assistent von Karel Brückner beim tschechischen Nationalteam rosige Zeiten auf den österreichischen Fußball zukommen. "In Österreich ist großes Potenzial da, weil es hier viele gute Nachwuchsspieler gibt."

Dass die Kasachen auf den erkrankten Heinrich Schmidtgal sowie auf die gesperrten Michail Roschkow, Sergej Ostapenko und Tanat Nuderbajew verzichten müssen, hält der Coach nicht unbedingt für einen Nachteil: "Wir leben vom Kollektiv, und jetzt ist das Kollektiv eben noch mehr gefragt."

Abermaliges Zeitschinden nicht ausgeschlossen
Zeitschinden seiner Truppe wie am Freitag beim 0:0 in Astana ist nicht ausgeschlossen. "Diese Taktik resultiert aus unseren Erfahrungen gegen Irland", verriet der Teamchef. Gegen die Mannschaft von Giovanni Trapattoni lagen die Kasachen bis zur 88. Minute 1:0 in Führung, verloren dann aber noch 1:2.

Beranek war sichtlich erfreut, wieder in seiner alten Wahlheimat gelandet zu sein - der 55-Jährige war von 1989 bis 1993 als Spieler und Spielertrainer bei Gmünd engagiert. "Ich habe aus dieser Zeit noch viele gute Freunde", erzählte der kasachische Nationaltrainer.

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