Teil 8 der „Krone“-Serie: Rudi Quehenbergers Traum vom Spiel im San Siro geht in Erfüllung. Trainer Otto Baric bangt um den Einsatz von „Jura“, der selbst nach Mailand reiste. Bei einem Schuss von Marquinho hatten die Fans den Torschrei schon auf den Lippen. Eine Aktion, die auch er nie vergessen wird.
Maximal spielen, maximal alles geben. Das war immer seine Devise“, sagt Nikola Jurcevic über Otto Baric. Das galt auch nach dem Final-Hinspiel des UEFA-Cups gegen Inter Mailand, nachdem das Heimspiel knapp mit 0:1 verloren gegangen war.
6200 Salzburg-Fans waren in der glücklichen Lage, eine Karte für die Partie im legendären San Siro ergattert zu haben, Niki Lauda höchstselbst flog die Truppe in die Modemetropole und wünschte ihr viel Glück.
Präsident Rudi Quehenberger war immer noch ungläubig ob des Erfolgslaufs, der seiner Austria gelungen war. „Als Bub habe ich davon geträumt, eines Tages ein Spiel im Meazza-Stadion zu sehen. Dass mein Verein dort spielen würde, konnten wir nicht richtig begreifen“, ist er auch heute noch hellauf begeistert.
Baric bangte derweil seinerzeit um den Einsatz von Nikola Jurcevic. Der Kroate war nicht mit der Mannschaft nach Mailand gereist, sondern seit Tagen an der Adria, um mit dem Physio seines Vertrauens am Comeback zu arbeiten. „Ich bin dann mit dem Auto nach Mailand gefahren“, erinnert sich der Fanliebling, der rechtzeitig fit wurde und mit Otto Konrad, Christian Fürstaller (der Einzige, der nicht als Vollprofi am Rasen stand) und Co. vor 80.000 Fans auflaufen konnte.
Baric musste das Spiel aufgrund seiner Spuckattacke im Viertelfinale von der Tribüne aus verfolgen und sah eine aufopferungsvoll kämpfende Austria-Elf, die beinahe in Führung gegangen wäre. Ein Schuss von Marquinho in der 57. Minute kullerte von der linken zur rechten Stange und von dort wieder ins Feld. „Ich werde ihn nie wieder vergessen“, sagte der Brasilianer Jahre später.
Herzen der Fans erobert
Der überragende Inter-Goalie Walter Zenga und Wim Jonk, der nach einer guten Stunde das 1:0 erzielte, sorgten schließlich dafür, dass die Siegertrophäe an Inter ging. Die Austria hatte derweil die Herzen von Millionen Fans erobert. „Es war super, dass ein Provinzverein in Europa für Furore sorgen konnte“, ist Hermann Stadler, im Rückspiel gelbgesperrt, noch heute stolz auf das Erreichte. „Als die Leute hüpften, habe ich gedacht, die Tribüne bricht ein – ein einmaliges Erlebnis“, wird er den Abend im San Siro nie vergessen.
„Jeder Einzelne ist in dieser Europacupsaison über sich hinausgewachsen“, schwärmt Heribert Weber. „Es ist alles vergänglich, aber bei uns, die dabei waren, bleibt es picken. Mir rinnt’s heute noch kalt den Rücken runter“, sagt Boss Quehenberger. Und spricht damit vielen Fans aus dem Herzen.
Lesen Sie morgen im letzten Teil: Wir, nur wir, wir sind die Sieger, wir, die Champions der Liga, wir!
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